Kunden geben Hildens City gute Schulnoten

Kunden geben Hildens City gute Schulnoten

IHK-Umfrage unter Passanten: 93 Prozent sind mit Angebot in der Innenstadt zufrieden.

Hilden. Kunden wie auch Geschäftsleute beurteilen die Attraktivität der Hildener Innenstadt mit sehr guten Schulnoten: 1,9 geben Kunden, 2,0 die Einzelhändler. Das ergab eine Umfrage der Industrie- und Handelskammer Düsseldorf unter 300 Passanten und 70 Einzelhändlern. Die Ergebnisse sind im Detail so interessant, dass sich ein zweiter Blick lohnt.

Der Anteil der Älteren hat in den vergangenen fünf Jahren deutlich zugenommen. 34 Prozent der Kunden sind 51 Jahre und älter. 2012 bei der letzten Umfrage waren es nur 28 Prozent. 79 Prozent der befragten Einkäufer wohnen auch in Hilden, 2012 waren es nur 73 Prozent. Die meisten Kunden (59 Prozent) kommen zu Fuß (42 Prozent, 2012: 35) oder mit dem Fahrrad (17 Prozent) in die Innenstadt. Nur 32 Prozent (28) nehmen das Auto oder das Motorrad.

Das ist insofern bemerkenswert, weil die Händler als größten Standortnachteil die kostenpflichtigen Parkplätze ausgemacht haben. Kunden beurteilen das Parkplatzangebot übrigens mit der Schulnote 1,8. Was auch auffällt: Vor fünf Jahren sind 21 Prozent der Kunden noch mit dem Bus in die City gekommen. Jetzt sind es nur noch neun Prozent. Die Kunden, die früher mit dem Bus kamen, gehen offensichtlich heute entweder zu Fuß oder sind auf das Auto (von 28 auf 32 Prozent) umgestiegen. 80 Prozent der Kunden in der Innenstadt kaufen auch online ein. Das ist für Ulrich Hardt, stellvertretender IHK-Geschäftsführer der Abteilung Handel, Dienstleistung, Regionalwirtschaft und Verkehr, ein hoher Wert — gerade weil sehr viele Befragte (70 Prozent) Stammkunden sind. Am häufigsten werden online Textilien/Schuhe (41 Prozent), Drogerie/Kosmetik (16 Prozent) und Spielwaren (12 Prozent) gekauft.

Lebensmittel sind die Waren, die am meisten in der Innenstadt eingekauft werden. In den vergangenen fünf Jahren ist ihr Anteil von 78 auf 81 Prozent noch weiter angestiegen. Der Anteil von Textilien/Schuhen/Lederwaren ist dagegen um zehn Prozent auf 66 Prozent zurückgegangen. Das ist dem Einkauf im Internet geschuldet und wird auch bei Apotheken-/Drogeriewaren besonders augenfällig. Hier gingen die Umsätze von 63 auf 46 Prozent zurück. Bei Haushaltswaren/Porzellan/Glas haben sich die Umsätze von 34 auf 15 Prozent sogar mehr als halbiert. 97 Prozent der Kunden sind mit den Ladenöffnungszeiten und 93 Prozent mit dem Warenangebot zufrieden. „Konkrete Verbesserungen in Hilden sind schwierig“, meint der IHK-Experte: „Die Kunden in Hilden sind schon recht verwöhnt.“ 2012 bewerteten 69 Prozente der befragten Kunden den Standort mit gut bis sehr gut, 2017 waren es 94 Prozent.

Welche Aktionen des Stadtmarketings kennen Sie?, wollte die IHK wissen: Das sind der Weihnachtsmarkt (76 Prozent) und die Einkaufssonntage (71 Prozent). Erst mit Abstand folgen Büchermarkt (20 Prozent) und Modenschau (16 Prozent). Negativ an der Einkaufsstadt Hilden sei das Fehlen öffentlicher Toiletten, wurde bei der Umfrage am häufigsten genannt. Die gibt es zwar (Rheinbahn-Pavillon, Bürgerhaus, Stadtbücherei, Kurt-Kappel-Straße), sie werden aber offenbar nicht so wahrgenommen. Bei der Befragung der Händler fällt auf: 55 Prozent sind schon seit 17 Jahren und länger in Hilden ansässig. 84 Prozent bewerten den Standort mit gut bis sehr gut, 2012 waren es 67 Prozent. Nur 44 Prozent der Händler engagieren sich in einer Werbegemeinschaft oder im Stadtmarketing.

Mehr von Westdeutsche Zeitung