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Kreis Mettmann: Sieben Fakten zur Landtagswahl

Kreis Mettmann : Kreis hat 75 Landtagsjahre gestaltet

In Nordrhein-Westfalen haben wir den Landtag bislang 17 Mal gewählt. Der Kreis stellte einmal den jüngsten Abgeordneten. Hier sind sieben Fakten zur Landtagswahl, die Sie so vielleicht noch nicht kannten.

(isf/-dts) 1. Der Landtag in Nordrhein-Westfalen ist am 2. Oktober 1946 im Düsseldorfer Opernhaus mit 100 rheinländischen und 100 westfälischen Abgeordneten aus dem Rheinland und Westfalen zu seiner konstituierenden Sitzung zusammengekommen. Die britische Besatzungsmacht hatte eine Regierung eingesetzt und die Abgeordneten benannt. Das Opernhaus war der einzige Ort in der zerstörten Landeshauptstadt, der dafür infrage kam. Die erste Landtagswahl fand erst am 20. April 1947 statt. 67,3 Prozent der 7.860.608 Wahlberechtigten machten an diesem Tag vor 75 Jahren von ihrem Wahlrecht Gebrauch. 37,5 Prozent der gültigen Stimmen entfielen auf die CDU, 32 Prozent auf die SPD,14 Prozent auf die KPD, 9,8 Prozent auf das Zentrum, 5,9 Prozent auf die FDP, 0,8 Prozent auf sonstige Parteien und unabhängige Kandidaten.

Nach der CDU-Zeit kam
eine kurze SPD-Zeit

Wer in den Wahlbezirken des Kreises seine Direktkandidaten durchbrachte, hing mit landesweiten Strömungen zusammen. Im Wahlkreis Mettmann II stellte die CDU von 1947 bis 1962 bei fünf Wahlen den Sieger. Nach einer SPD-Zeit (1966-1970) übernahm für zwei Perioden die CDU mit Klaus-Dieter Völker aus Haan, der Jahrzehnte lang die Kreistagsfraktion führte. Von 1980 bis 2000 lag die SPD vorn, 2005 und 2010 folgte die CDU, 2012 die SPD und 2017 wieder die CDU. Im Jahr 2000 errang die FDP im Wahlkreis Mettmann II mit 14,8 Prozent ist bestes Ergebnis.

2. NRW ist bei der Landtagswahl aktuell in insgesamt 128 Wahlkreise eingeteilt, die sich weitestgehend an Grenzen der Landkreis und kreisfreien Städte orientieren. Im Kreis Mettmann gibt es vier. Das Hildener Stadtgebiet teilt sich in die Wahlkreise 37 (Mettmann I) und 38 (Mettmann II) auf. Zum Wahlkreis 37 gehören die Städte Langenfeld, Monheim und Hilden-Süd. Zum Wahlkreis 38 gehören Hilden-Ost sowie die Städte Haan, Erkrath und Teile von Mettmann. Bis zum Jahr 2000 gab es bei der Landtagswahl für Hilden nur einen einzigen Wahlkreis, Mettmann I. Die Stadt Mettmann wurde 2005 erstmals geteilt, der andere Teil wurde an den Wahlkreis Mettmann IV abgegeben.

3. 2012 ist für die SPD ein besonderes Jahr. Alle SPD-Kandidaten – Jens Geyer (WK 36), Manfred Krick (WK 37), Elisabeth Müller-Witt ( WK 38) und Volker Münchow (WK 39) – ziehen für ihren Wahlkreis direkt in den Landtag. Am knappsten fiel das Duell zwischen CDU und SPD im Wahlkreis 36 (Langenfeld, Monheim und ein Teil von Hilden) aus. Ihn gewann Jens Geyer mit 448 Stimmen Vorsprung vor Hans-Dieter Clauser (CDU). Nach siebenjähriger Tätigkeit als Landtagsabgeordneter musste der sein Büro in Düsseldorf räumen. In vorausgegangenen Landtagswahlen (2010, 2005) war der Unterschied zwischen CDU und SPD wesentlich deutlicher.

4. Bei der vergangenen Wahl im Jahr 2017 gab es insgesamt 368.121 Wahlberechtigte im Kreis Mettmann. Die Wahlbeteiligung lag bei 68,30 Prozent. Die CDU erreichte 34,18 Prozent der Zweitstimmen, die SPD kam auf 28,37 Prozent, 15,51 Prozent auf die FDP, die AfD 7,70 Prozent und die Grünen 5, 72 Prozent.

5. Die wohl kürzeste Amtszeit im Landtag erlebte der 1976 in Düsseldorf geborene Jan Heinisch (CDU). Von 2004 bis 2017 war er hauptamtlicher Bürgermeister von Heiligenhaus. Bei der vergangenen Wahl am 14. Mai 2017 wurde er für den Wahlkreis Mettmann III in den Landtag gewählt, und legte sein Amt als Bürgermeister von Heiligenhaus nieder. Am 29. Juni 2017 räumte Heinisch jedoch auch seinen Abgeordneten-Sessel: Seit dem 30. Juni 2017 ist er Staatssekretär im Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung. Am Sonntag kämpfte er im Wahlkreis Mettmann III/Mülheim II um den erneuten Einzug in den Landtag.

6. Der FDP-Politiker Moritz Körner (heute 31) aus Langenfeld war 2017 der bis dahin jüngste Landtagsabgeordnete in NRW. Mittlerweile ist er Europaabgeordneter und auch Generalsekretär der Landes-FDP.

Als jüngster Abgeordneter
in den Landtag eingezogen

Seine politische Karriere im Überblick: Seit seinem 17 Lebensjahr engagierte sich Moritz Körner bei den Jungen Liberalen (JuLis), 2010 wurde er in den Landesvorstand der Jungen Liberalen NRW gewählt, war dann von 2013 bis 2018 Landesvorsitzender der JuLis. Seit 2014 gehört er dem  Landesvorstand der FDP an. Im Jahr 2017 zog der Spitzenkandidat der Jungen Liberalen mit 26 Jahren als damals jüngster Abgeordneter in den Landtag ein. 2019 erreichte er über die Landesliste einen Sitz im Europaparlament. Am 2. April dieses Jahres wurde der junge Europa-Abgeordnete zum neuen Generalsekretär gewählt.

7. Eine bedeutende Frau, die 1975 mit Neugier und Kampfgeist in den Düsseldorfer Landtag eingezogen ist, war Ingeborg Friebe. Von 1975 bis 1995 gestaltete sie die Politik des bevölkerungsreichsten Bundeslandes für die SPD und für Monheim mit. Mitte der 1970er Jahre waren Monheim und Baumberg nach Düsseldorf eingemeindet worden. Friebe nutzte ihr Mandat, um im Landtag eine Mehrheit für ein Gesetz zu finden, das Monheim im Jahr 1976 die Selbstständigkeit wiederbrachte. Vom 30. Mai 1985 bis 30. Mai 1990 war Friebe 2. Vizepräsidentin des Landtags und amtierte vom 31. Mai 1990 bis 31. NRW-Landtags.