Kindertagesstätten in Haan Kita Märchenwald ist jetzt Familienzentrum

Haan · Zum fünfjährigen Bestehen der Kita Märchenwald hat das Team einen kleinen Weihnachtsmarkt errichtet. Gefeiert wird auch, dass die Einrichtung seit August ein Familienzentrum ist. Was das konkret für Kinder und Eltern bedeutet.

 Ella (4) und Lene (7) bemalten bei der kleinen Feier Windlichter.

Ella (4) und Lene (7) bemalten bei der kleinen Feier Windlichter.

Foto: Köhlen, Stephan (teph)

„Es war einmal, vor genau fünf Jahren, die Eröffnung einer Kita. Am 5. Dezember 2018 wurden die ersten Kinder, damals noch im Gebäude an der Bachstraße 64a, aufgenommen. Beim Eröffnungsfrühstück lernten sich die Kinder der Igelgruppe kennen – zunächst noch zögerlich, doch bald schon hallte Lachen durch die Flure und die ersten Freundschaften bildeten sich“, so beginnt Tanja Schäfer, Leiterin der städtischen Kindertagesstätte Märchenwald, ihre Begrüßungsrede auf dem Kita-Weihnachtsmarkt. Heute soll nicht nur das fünfjährige Bestehen gefeiert werden, sondern auch eine Neuerung: Seit August dieses Jahres ist der Märchenwald offiziell ein Familienzentrum.

Das bedeutet konkret, dass die Betreuung in der Kindertagesstätte Märchenwald um viele Angebote erweitert wird, die auch mal am Nachmittag oder Abend stattfinden können und sich nicht nur an die Kinder richten, sondern auch an die Eltern. Dazu zählen Yoga, ein Theaterprogramm, Angebote speziell für Väter, Beratungen und Themenabende. Das Besondere dabei: Das Angebot ist für Familien völlig kostenlos. Nicht einmal Materialkosten werden erhoben. „Uns war es sehr wichtig, sicher zu stellen, dass es keine Hindernisse für Familien gibt, die wenig Geld zur Verfügung haben“, sagt Schäfer.

Möglich gemacht wird das durch eine Förderung durch das Land NRW. Seit 2020 erhalten Familienzentren eine erhöhte Förderung von 20 000 Euro im Jahr. Um diese zu erhalten, müssen sie sich allerdings zertifizieren lassen. Dafür müssen verschiedene Gütekriterien erreicht werden, wie zum Beispiel, dass das (künftige) Familienzentrum über ein Verzeichnis von Beratungs- und Therapieangeboten in der Umgebung verfügt oder seine Angebote für Familien im Umfeld öffnet, die keine Kinder in der Tageseinrichtung haben.

„Wir sind für Familien aus ganz Haan da“, sagt Schäfer. „Manchmal nutzen auch Hildener die Angebote, aber wir machen hier keine Ausweiskontrolle.“ Was besonders gut ankommt, ist das Eltern-Kleinkind-Turnen oder die „Ladies Night“, die Müttern die Möglichkeit zum Austausch miteinander bietet. „Das Praktische ist, dass wir den Leitern der Kurse einfach einen Schlüssel in die Hand drücken können“, erklärt Schäfer. „Dadurch muss nicht immer jemand vom Personal da sein.“ Außerdem würden so die tollen Räumlichkeiten auch außerhalb der Öffnungszeiten mit Leben gefüllt.

In einem Flyer präsentiert das Familienzentrum Märchenwald seine Angebote von August 2023 bis Januar 2024. Eine neue Broschüre ist bereits in Planung. Darin stehen neben den Namen der einzelnen angebotenen Kurse kleine Zifferchen, die die verschiedenen Gütesiegel symbolisieren. Die 2.7 beim Eltern-Kleinkind-Turnen steht dann zum Beispiel für eine Aufbauleistung. Dazu gehören Angebote für Familien mit Kindern, die noch keine drei Jahre alt sind.

In Haan gibt es bislang fünf Familienzentren. Diese können über die Webseite kita.nrw.de gesucht werden. Neben der Kita Märchenwald sind das die Evangelische Tageseinrichtung für Kinder am Park, das Familienzentrum am Bollenberg, die AWO-Kindertagesstätte und der Caritas-Kindergarten St. Nikolaus. In Nordrhein-Westfalen wurde laut bildungsserver.de 2006 in 251 Einrichtungen die Pilotphase zur Weiterentwicklung der Kindertageseinrichtungen zu Familienzentren begonnen.

Auf dem Märchenwald-Weihnachtsmarkt interessieren sich die Kinder aber natürlich mehr für die Waffeln, Glitzer-Tattoos und die Zuckerwatte als für solche historischen Fakten — und beim Anblick des Kinderkarussells im Waldspielbereich bekommen sogar die Eltern ganz leuchtende Augen. „Wir möchten hier Kinder Kinder sein lassen und sie gleichzeitig auf das Leben vorbereiten“, sagt Schäfer zum Abschluss ihrer Rede. „Dieser Herausforderung stellen wir uns jeden Tag. Ohne die Arbeit und das Engagement unseres Teams wäre dieses Jubiläum nicht möglich gewesen. Dafür möchte ich mich ganz herzlich bedanken.“

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