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Kinderbetreuung: Hildener Eltern schreiben Brandbrief

Hilden : Betreuung: Eltern schreiben Brandbrief

Der Hauptausschuss berät am Mittwoch, 24. November, um 17 Uhr im Bürgertreff Lortzingstraße 1.

(tobi) Mit einem eindringlichen Appell haben sich Hildener Eltern an die Politik gewandt: Die Fraktionen sollen die geplanten Anpassungen der Satzungen und die damit verbundenen Beitragserhöhungen im OGS-Bereich sowie der teilweise Wegfall des Geschwisterbonus’ nicht mittragen. „Es bleibt uns zu hoffen, dass Sie uns hören und wahrnehmen, wie viele Menschen in Hilden sich eine andere, familien- und zukunftsfreundliche Finanzpolitik wünschen“, schreiben die Initiatoren der Petition „Gegen die Erhöhung der Kinderbetreuungsgebühren in Hilden“ nun in einem Brief an die Parteien.

 „Eine qualitativ hochwertige Kinderbetreuung durch qualifizierte Personen ist selbstverständlich auch uns Eltern das größte Anliegen. (...)  Es ist gewünscht, dass auch Mütter schnellstmöglichst in ihre erlernten Berufe zurückkehren, um den Fachkräftemangel zu lindern und über die Beiträge in die Rentenversicherung das Rentenniveau zu unterstützen. Das ist jedoch nur möglich, wenn gleichzeitig die Kinderbetreuung gesichert ist und sie nicht einen Großteil des Verdienstes beansprucht. Selbst die Beitragsstaffelung verhindert nicht, dass bei Familien mit niedrigen Einkommen auch eine geringe monatliche Zusatzbelastung unter Umständen die finanzielle Belastungsgrenze überschreitet. Das alltägliche Leben ist bekanntermaßen für Familien jetzt schon ausgesprochen kostspielig. Herr Pommer hat außerdem in seinem Interview bestätigt, dass die Notwendigkeit der Haushaltskonsolidierung ein Grund für die Satzungsänderung ist. Berücksicht man dies wie auch die Wahlkampfversprechen, die Familien zu unterstützen, stellt sich die Frage, warum sowohl die Konsolidierung des Haushaltes auch als die Weiterentwicklung der Kinderbetreuung nicht mit anderen Mitteln zu finanzieren ist.

„Das alltägliche Leben ist für Familien jetzt schon kostspielig“

Wieso ist es nach wie vor leichter, von den Familien mit Kindern mehr Geld zu nehmen, als den Spitzensteuersatz anzuheben oder die Wirtschaft zu belasten? Wieso können Unternehmen, die in der Lage sind, Boni auszuzahlen, nicht dazu verpflichtet werden, einen größeren finanziellen Beitrag zur Entlastung der Kommunen zu zahlen?

Den Familien, den Kindern fehlt die Lobby. (...)  Wir gestalten die Zukunft letztlich in erster Linie durch die Art, wie wir unsere Kinder großziehen. Und damit meinen wir die gesamte Gesellschaft, nicht die Eltern allein. Entspricht es der Identität der Stadt Hilden, den Familien die Unterstützung zu entziehen, um Haushaltsdefizite auszugleichen? (...).“