Kicker warten seit sechs Jahren auf neue Umkleiden

Sportvereinigung Hilden 05/06 : Kicker wünschen sich neue Umkleiden

Verwaltung schlägt Neubau für 1,2 Millionen Euro vor. Sportausschuss entscheidet.

2016 schien die Sportvereinigung Hilden 05/06 an Ziel ihrer Wünsche zu sein. Der Sportausschuss gab 1,545 Millionen Euro für neue Umkleiden am Sportplatz Weidenweg frei. „Mir läuft es heiß und kalt über den Rücken“, freute sich der damalige Vorsitzende Matthias Johannes. Drei Jahre lang hatten der Verein dafür gekämpft. Doch dann brachen die Gewerbesteuer-Einnahmen massiv ein und der Kämmerer verhängte eine Haushaltssperre. Sie traf auch das Projekt der Sportvereinigung. 2017 war kein Geld für neue Umkleiden im Haushalt. 2018 beantragte die CDU-Fraktion, Alternativen zur so genannten ganz großen Lösung (Neubau) zu prüfen. Jetzt liegt das Ergebnis vor.

Der Umbau, die kleine Lösung, würde 451 000 Euro kosten

Die Umkleiden der Sp.Vg. 05/06 Hilden sind viel zu klein und müssen erneuert werden. Das ist auf für die Stadt Hilden unstrittig. Foto: Köhlen, Stephan (teph)

Der Umbau des ehemaligen Hausmeister-Hauses (kleine Lösung, Variante A) würde rund 451 000 Euro kosten, hat das Architekturbüro Scheer ermittelt. Für den Umbau der alten Umkleiden einschließlich des Wohnhauses (Variante B) müssten rund 906 000 Euro aufgewendet werden. Ein Neubau (Variante C) würde mindestens 1,078 Millionen Euro verschlingen: inklusive Abriss und Containermiete für ein Provisorium insgesamt rund 1,2 Millionen Euro.

Die Sportvereinigung lehnt Vorschlag A ab, weil sie die Raumnot nicht behebt. Bürgermeisterin Birgit Alkenings und die Verwaltung sprechen sich für einen Neubau aus. Der sei zwar teurer, werde aber durch die längere Lebensdauer wirtschaftlicher. Bei Vorschlag A würden rund 451 000 Euro investiert, um rund 100 Quadratmeter zu gewinnen. Aufwand und Ertrag stünden in keinem angemessenen Verhältnis zueinander. Bei Variante B bleibe die alte Bausubstanz Bestandteil des Gebäudes. Die Lebensdauer werde nicht wirklich verlängert. Die Verwaltung stört auch, dass der Anbau vom Verein errichtet wurde. Die Eigentumsverhältnisse und Zuständigkeiten sollten besser nicht „vermischt“ werden. Fördergelder vom Bund für die Sanierung kommunaler Einrichtungen Sport, Jugend und Kultur könne die Stadt leider nicht erhalten, weil die geforderte Mindestinvestition mindestens 2,2 Millionen Euro betragen müssen. Konkret schlägt Bürgermeisterin Birgit Alkenings folgendes vor: Für die Umkleiden wird ein Neubau geplant. Dann wird in einem ersten Schritt das Hausmeistergebäude abgerissen. Dort beginnt der Neubau. Dann werden in einen zweiten Schritt die alten Umkleiden abgerissen und der Neubau fertiggestellt. Die Planung kostet rund 85 000 Euro. Sie sind nicht im Haushalt 2019 vorgesehen. Die Politik müsste sie zusätzlich bereit stellen.

Als Zwischenlösung sollen Container für Duschen und Umkleiden aufgestellt werden. Das kostet rund 10 000 Euro für die Anschlüsse sowie 40 000 Euro Jahresmiete. Auch diese Geld muss zusätzlich in den Haushalt eingestellt werden.

Und was sagt die Sportvereinigung zu diesem Vorschlag? Wenn es sich tatsächlich um eine kurzfristige Lösung handele, dann würden die Mitglieder das mittragen, sagt Erster Vorsitzender Holger Reinders: „Das Provisorium darf aber nicht zur Dauerlösung werden. Wir brauchen jetzt den ernsthaften Willen der Politik zu handeln.“ Die Stadt habe auch die Umkleiden des VfB Hilden und des SV Hilden Nord erneuert. Die Sportvereinigung 05/06 fordert eine Gleichbehandlung.

Da sind sie nicht allein. Auch der AC Italia, der Frauen- und Mädchenfußballverein FSV Hilden und der Marokkanische Sportverein wünschen sich auch schon länger neue Umkleiden für den Sportplatz Schützenstraße. Der Neu- und Umbau dort soll geschätzt 775 000 Euro kosten. Jetzt haben die Stadtverordneten das Wort. Im Sportausschuss vor drei Jahren stimmte nur die Bürgeraktion gegen neue Umkleiden für die Spvg.

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