Haan : Jugendcafé hat einen neuen Vorstand

Das Haaner Jugendcafé wird zwar von jungen Leuten geführt, ist aber für alle Bürger offen.

Tessa Lukat, Roxy Zambon, Maike Frommo und Lucio Dröttboom sind eigentlich ganz normale Jugendliche zwischen 15 und 19 Jahren. Und doch unterscheiden sie sich vehement von den meisten ihrer Altersstufe: Die vier jungen Haaner setzten sich seit langem für ihre Stadt ein, alle vier sind oder waren im Jugendparlament aktiv und nun bilden sie auch noch gemeinsam mit der 15-jährigen Kim Dernbach den neuen Vorstand des Jugendcafés. „Ehrlich gesagt, war es so, dass niemand anders dieses Amt übernehmen wollte“, erinnert sich Roxy lachend an die Vorstandswahl am 11. Januar. „Also war es keine große Überraschung, dass wir gewählt wurden.“

Rund 20 Jugendliche teilen sich derzeit die Schichten im Jugendcafé, dessen Begleitung und Finanzierung über den Trägerverein Jugendcafé Haan gesichert ist. Ein Café von Jugendlichen für Haan – das war die ursprüngliche Idee des Projektes. Nun also übernehmen die freiwilligen ehrenamtlichen Schüler so ziemlich alle Aufgaben, die in einem gastronomischen Bereich anfallen: Alkoholfreie Getränke ausschenken, Kaffee, Crêpes und Sandwiches zubereiten, auf Sauberkeit und Hygiene achten, besondere Angebote anbieten. „Wir haben in den letzten zwei Jahren festgestellt, dass Sonderaktionen richtig gut ankommen. Wir hatten zum Beispiel mal eine vegane Woche und daher planen wir als neu gewählter Vorstand auch weitere Spezialangebote“, erklärt Maike und erwähnt direkt die in dieser Woche stattfindende Hot-Dog-Aktion. „Ich bin sicher, dass das gut ankommt, vor allem Schüler, die hier vor unserem Laden auf ihren Bus warten, holen sich gerne mal eine Kleinigkeit zu essen bei uns.“

Seit rund eineinhalb Jahren bietet das Jugendcafé einen besonderen Service. „Smart Help“ richtet sich an ältere Bürger, die Probleme mit ihrem Handy oder IPad haben – immer freitags von 16 bis 19 Uhr finden sie hier Hilfe von technik-affinen Jugendlichen. „Das wird von Beginn an extrem gut angenommen“, freut sich Tessa. „Wir haben viele, die regelmäßig kommen, aber auch immer wieder neue. Die Hilfe ist unentgeltlich, aber natürlich freuen wir uns immer über eine Spende.“

Überhaupt – der Kontakt zur älteren Generationen ist den jungen Haanern extrem wichtig. „Häufig kommt die Frage von Senioren, ob sie denn hier auch hinein dürfen und etwas verzehren“, weiß Lucio. „Natürlich! Jeder ist hier willkommen, wir sind ein Café für ganz Haan.“

Über zwei Jahre Jugendcafé, das bedeutet vor allem viele Erkenntnisse über das, was gut läuft, aber auch darüber, wo Verbesserung angebracht wäre. „Wir wollen hier bald mal streichen“, sagt Kim und lässt ihren Blick noch einmal durch das kleine, komplett weiß gestrichene Café schweifen. „Wir denken, es könnte ruhig ein wenig bunter werden.“

Und doch ist sich der Vorstand einig, es gibt Aufgaben, die dringender sind. „Als wir angefangen haben, wollten unzählige Jugendliche mitmachen. Viele sind aber wieder abgesprungen, andere sind mit der Schule fertig und weggezogen oder beruflich eingespannt, sodass wir jetzt sehr viel Energie in die Mitmach-Akquise stecken müssen.“

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