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Ist das „Zustellungsprojekt“ der Post die Ursache für den Ärger?

Ist das „Zustellungsprojekt“ der Post die Ursache für den Ärger?

Hilden. Die Beschwerden über die mangelhafte Postzustellung rissen auch übers Wochenende nicht ab. Einzig von der Forststraße wurde berichtet, dass dort alles prima laufe — ansonsten Fehlanzeige. Damit ergibt sich folgendes Bild.

Im August dieses Jahres hatte es ähnliche Probleme in Teilen von Ratingen gegeben, die nach massiven Protesten abgeklungen sind. In dieser Zeit hatte die Deutsche Post AG angekündigt, mit „ausgewählten Kunden“ in ein Pilotprojekt einsteigen zu wollen. Es sollte getestet werden, ob man von der werktäglichen Zustellung nicht auf mehrmals in der Woche umsteigen könne, weil das private Briefaufkommen stark rückläufig sei. Die Gewerkschaft Verdi protestierte seinerzeit scharf, befürchtete den Abbau von Arbeitsplätzen. Jedenfalls zog die Post offenbar ihr Projekt durch — weitgehend unbeachtet von der Öffentlichkeit.

Gestern nun gab die Post bekannt, man hab des Pilotprojekt „erfolgreich beendet“ und müsse es nun auswerten. Wie die Deutsche Presseagentur dpa berichtet, habe eine Sprecherin der Post erklärt, zu den Ergebnissen des Pilotprojekts könne man noch nichts sagen. Die Ergebnisse müssten zunächst ausgewertet werden.

Hintergrund der Aktion ist der Rückgang der klassischen Briefpost. Immer mehr Menschen kommunizierten digital. Der Anteil privater Briefpost mache nur noch 15 Prozent aus. Andererseits ist das Unternehmen als Universaldienstleister gesetzlich verpflicht, an jedem Tag Briefe flächendeckend zuzustellen. Die Post hat betont, dass sie sich an diese Rechtslage halte. Mit dem Projekt habe man prüfen wollen, ob es unter den Postkunden einen Wunsch nach eingeschränkter Zustellung gebe.

Eine ausdrückliche Bestätigung, dass die Region rund um Hilden in den letzten Wochen zu einer Projektregion gehört habe, gibt es vonseiten der Post bisher nicht. Es gibt aber auch kein Dementi. Von dort kam zuletzt lediglich, dass es sich um krankheits- und witterungsbedingte Ausfälle gehandelt habe, für die man sich entschuldigen wolle.

Martin Sudhoff etwa erklärt folgendes: „Ein neues Vorkommen möchte ich gerne berichten. Am Samstag, 16. Dezember, habe ich beobachtet, wie zum planmäßigen Leerungstermin der Fahrer der Deutsche Post AG — ohne anzuhalten und damit auch zu leeren — den Briefkasten Am Eichelkamp passierte. Die Zustellproblematik ist wohl mehrschichtiger, nicht bloß eine Problematik bei der Zustellung beim Kunden, sondern bereits bei Dienstleistungsbeginn- der Postaufgabe.“

Ernst Sell berichtet von folgendem Kuriosum: „Im Bericht über Mängel bei der Postzustellung in Hilden und Umgebung wurde vor ein paar Tagen meine Schilderung abgedruckt, dass ein Maxibrief mit zwei CD-Kassetten mit dem Vermerk „Sendung wurde nicht abgeholt“ an die Absenderin zurückgegangen war. Genau dasselbe ist jetzt mit derselben Lieferung zum zweiten Mal passiert. Ich hatte in der zurückliegenden Woche nur sporadisch mal das Haus verlassen, und natürlich lag auch keine Benachrichtigung über einen Zustellversuch in meinem Briefkasten. Nach der ersten Panne hatte die Absenderin sich bei mir nach Richtigkeit der Adresse erkundigt und die Sendung zum zweiten Mal frankiert, um sie zehn Tage später erneut zurückzuerhalten. Ich finde einen solchen Umgang mit der Postkundschaft geradezu skandalös.“