Investor will alte Mühle an der Itter stehenlassen

Investor will alte Mühle an der Itter stehenlassen

Beim Bau von 16 Wohnungen an der Hildener Schwanenstraße sollen die Reste der alten Ölmühle verschont bleiben.

Hilden. Im April soll es losgehen. „Wir sind startklar“, sagt Investor Christoph Nöcker. Er plant an der Itter auf dem Gelände hinter dem „Haus op de Bech“ an der Schwanenstraße in Hilden den Bau von fünf dreigeschossigen Wohnhäusern mit 16 Wohnungen.

Die Bäume im Park des ehemaligen Frauenhof-Geländes sind bereits gerodet. Bald werden auch die alten Wohn- und Geschäftshäuser der Familie Frauenhof abgerissen. Ein Fragezeichen steht noch hinter dem Schicksal des ältesten auf dem Gelände stehenden Gebäudes. „Wenn es technisch möglich ist, soll die alte Mühle stehenbleiben“, sagt Nöcker — zumindest einen Teil davon möchte er erhalten.

Viel ist von der alten Rapsöl- und Gerstenschälmühle ohnehin nicht mehr zu sehen. Direkt an der Itter stehen nur noch Mauerreste. Gleichwohl stellen sie ein Stück Hildener Heimatgeschichte dar, die nach Ansicht des Hobby-Historikers Thomas Bernhardt nicht in Vergessenheit geraten sollte.

Mit Hilfe von Stadtarchivar Wolfgang Antweiler hat er im Stadtarchiv in Büchern zur Hildener Industriegeschichte einige Aufzeichnungen über die laut Bernhardt „schönen, rätselhaften“ Überreste der alten Ölmühle gefunden.

Aus diesen Schriften geht hervor, dass ein Tilmann Kirberg am 29. April 1762 die Konzession zum Betrieb der Ölmühle erhalten hat. Einige Jahre muss er die Mühle selbst betrieben haben, denn 1778 nahm er darauf eine Schuld auf, die er bis 1782 beglichen hatte.

Wann die Familie Frauenhof die Mühle übernommen hat, ist nicht genau überliefert. Wahrscheinlich ist dies um das Jahr 1810 erfolgt. Auf jeden Fall ist Wilhelm Frauenhof auf der Urkatasterkarte des Jahres 1939 als Besitzer des Grundstücks vermerkt, auf dem die Mühle stand. Sein Enkel Karl Wilhelm Frauenhof betrieb die Mühle bis zum Kriegsjahr 1917. Kurz vor Ende des Ersten Weltkriegs wurde die Mühle dann stillgelegt. Seitdem ist sie verfallen, so dass heute nur noch die wenigen Mauerreste stehen.

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