Naturschutz : Sein Garten ist ein Paradies für Insekten
Haan. Armin Dahl lebt seit gut 20 Jahren am Spörkelnbruch in Haan. Sein Grundstück ist ein Paradies für Flora und Fauna
Gut 20 Jahre hat Armin Dahl benötigt, seine ökologisch geprägte Vorstellung vom Garten Eden im Haaner Spörkelnbruch zu realisieren. 1998 ermöglichte es ein Zufall, dass der engagierte Umweltschützer, der in Tübingen Biologie studiert hat, gemeinsam mit seiner Frau das Haus samt 4500 Quadratmeter Grund erwerben konnte. Das in der Luft liegende Grundrauschen könnte in der Einbildung als ferne Meeresdünung wahrgenommen werden, in Wirklichkeit ist es jedoch der niemals abreißende Verkehr auf der Autobahn 46. Der untere Teil des Grundstücks grenzt an ein Naturschutzgebiet, das zu Hilden gehört. Konsequent trägt Dahl dem Umweltschutz auf seinem Grundstück Rechnung. Zu seinem Haus gehört ein eigener Trinkwasserbrunnen sowie eine Kläranlage, und Solarzellen sorgen für Warmwasser. Lediglich Strom und Kommunikationsleitungen kommen noch von außen.
„Ich bin nun jetzt kein klassischer Selbstversorger, aber was man machen kann als Ökologe, das wird dann schon gemacht“, sagt Dahl, der auch als Gutachter in ökologischen Fragen tätig ist. Nicht gemacht, jedenfalls nur bedingt von Menschenhand, wird die ausgedehnte Grünfläche, eine vor blühender Vielfalt strotzende Blumenwiese. Mal ist es die Schafgarbe, mal ist es der Löwenzahn der Insekten anlockt. Äpfel, Quitten, Zwetschgen und Birnen hat der Obstgarten im Angebot. Neun Schafe übernehmen den Mäh-Job. Ein Zaun rund um den Obst- und Gemüsegarten verhindert, dass der Feinschmeckersinn der Wolltiere den Johannisbeeren schadet.
Die Blütenvielfalt ist ein wahres Eldorado für Schmetterlinge und Nachtfalter. „Seit 15 Jahren bin ich damit beschäftigt, das Vorkommen von Nachtfaltern in meinem Garten, das schätzungsweise rund 700 Arten umfasst, zu fotografierten und zu bestimmen“, erklärt Dahl, der auf der Website der Arbeitsgemeinschaft Natur und Umwelt Haan (Agnu) regelmäßig seine wissenschaftlich fundierten Analysen zum Zustand von Flora und Fauna in der Region veröffentlicht.