In Hilden kracht es oft - deutlich über dem Kreis-Durchschnitt

In Hilden kracht es oft - deutlich über dem Kreis-Durchschnitt

Die Zahl der Unfälle ist um 7,2 Prozent gestiegen. Damit liegt Hilden deutlich über dem Kreis-Durchschnitt.

Hilden. Tragisch endete die Tour eines 86-jährigen Hildeners Anfang April 2011 auf der Lindenstraße. Unmittelbar neben seinem Fahrrad war der Mann bewusstlos auf dem Gehweg aufgefunden worden. Er starb wenig später im Krankenhaus. In der Halbjahresstatistik der Direktion Verkehr von der Kreispolizeibehörde Mettmann taucht dieser Fall als Unfalltod auf. Er ist von den 89 Verkehrsunfällen mit Personenschaden (fünf mehr als im Vorjahreszeitraum) der einzige mit tödlichem Ausgang. Verletzt wurden auf Hildener Straßen 100 Personen in der ersten Jahreshälfte 2011 (minus drei).

Gestiegen ist die Zahl der Verkehrsunfälle: um 55 auf 821 (plus 7,2 Prozent). Lediglich Sachschaden entstand in 732 Fällen, 311 waren meldepflichtige Schadensereignisse. Die Unfallhäufigkeitszahl liegt im Berichtszeitraum bei 1478 — und damit um 16,7 Prozent über der im Kreis Mettmann.

„Es ist schwer zu sagen, warum das so ist“, sagt Patricia Ailland von der Direktion Verkehr. Zwei Unfallhäufungsstellen konnte die Kreispolizei ausmachen: die Kreuzung Eller-/Immermann-/Körnerstraße sowie die Kreuzung Berliner-/Gerresheimer-/Schwanenstraße. „Das hat aber nicht unbedingt etwas mit der reinen Häufigkeit von Unfällen zu tun, sondern mit der Beteiligung von Personen“, sagt sie.

Die Verunglücktenhäufigkeitszahl für Hilden beträgt 180 und liegt damit sogar 20 Prozent über dem Kreisgebiet. Bereits vor einigen Jahren hatte Direktionsleiter Thomas Decken Hilden — bezogen auf den Verkehr — als „Problemstadt“ bezeichnet. Zum einen seien die Hildener gern mit dem Rad unterwegs, zum anderen biete Hilden wenig Verkehrsfläche in Relation zur Größe der Stadt. Das zieht zum Beispiel mehr Parkrempler nach sich.

Leicht zurückgegangen ist die Zahl der aktiv an Unfällen beteiligten Fußgänger auf aktuell neun von zuletzt 15 im Vorjahreszeitraum. Allerdings verunglückten im ersten Halbjahr 2011 wieder mehr Zweiradfahrer: 35 mit dem Fahrrad (zuvor 33), 19 mit Mofas und Motorrädern (zuvor zwölf). Besonders häufig verunglückten Senioren (60) und junge Erwachsene (51). Drei Kinder waren in Verkehrsunfälle verwickelt (minus vier).

Ein immer häufigeres Phänomen sind Unfallfluchten. 212 Fälle wurden von der Polizei aufgenommen (plus 45), 98 davon konnten bereits aufgeklärt werden. Eine Quote, mit der die Direktion Verkehr noch lange nicht zufrieden ist. „Unfallflucht ist ein schwieriges Feld“, sagt Patricia Ailland. Ob ein Täter zur Verantwortung gezogen werden könne, komme stark darauf an, ob Spuren an Fahrzeugen entdeckt würden oder Zeugen parat stehen, die etwas beobachtet haben. „Manchmal bringt uns auch eine Umfeldbefragung weiter“, sagt die Polizistin.

Im jüngsten Fall führte diese Umfeldbefragung zum Erfolg: Die Polizei konnte einen Taxifahrer (75) als den Unfallflüchtigen ermitteln, der in der Silvesternacht einen 44-jährigen Haaner auf der Elberfelder Straße überfahren und tödlich verletzt hat. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

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