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Haan/Hilden: In den Kitas fehlt das Personal

Haan/Hilden : In den Kitas fehlt das Personal

Von 105 Erziehungskräften sind zurzeit nur 76 in den städtischen Kitas in Hilden im Einsatz. 27 arbeiten im Homeoffice, zwei sind freigestellt. Ab Monatsende könnten acht von 29 Einrichtungen in Bedrängnis geraten, fürchtet die Stadt.

In Hilden können ab Donnerstag, 28. Mai, acht von 29 städtischen Kindergärten den Personalschlüssel nicht mehr oder nur sehr eingeschränkt erfüllen. Dies geht aus einer Abfrage der Stadtverwaltung bei den eigenen Tagesstätten hervor. Überall im Land protestierten in der vergangenen Woche Familien gegen die ihrer Auffassung nach viel zu geringen Lockerungen bei der Betreuung von Klein- und Vorschulkindern.Die Lage, in der sich viele Familien zurzeit befänden, sei dramatisch, betonte beispielsweise der Haaner Stadtelternrat. Die Eltern müssten sich seit fast zwei Monaten mit einer „nie da gewesenen Ausnahmesituation“ auseinandersetzen, daran ändere auch der jetzt veröffentlichte Fahrplan des NRW-Familienministeriums zu weiteren Lockerungen nichts. Der mache den Ausnahmezustand auf Monate hinaus vielmehr zur Regel, stellte das Gremium fest.

Einen Fragenkatalog der Elternvertreter will die Stadt Haan in einer eigens dafür angesetzten Sitzung des Jugendhilfeausschusses am 8. Juni beantworten. Da die Problematik aber auch in Hilden gilt, wurden die Fragen ebenfalls an die Hildener Stadtverwaltung weitergeleitet. Und die hat die Informationen bei den einzelnen Kindertagesstätten eingeholt – teils mit ernüchternden Erkenntnissen:

Wie viele Erzieher standen bisher und stehen unter den derzeitigen Voraussetzungen für die Betreuung Hildener Kinder zur Verfügung? Was heißt das für die Personalverfügbarkeit in den einzelnen Einrichtungen?

Antwort der Stadt, bezogen auf ihre eigenen Kitas: „Von 105 Erziehern und Erzieherinnen sind 29 im Homeoffice, davon zwei ganz freigestellt. Ab Donnerstag, 28. Mai, können acht von 29 Kitas den Personalschlüssel nicht mehr oder nur sehr eingeschränkt erfüllen.“ Rollierende Systeme sind im Bereich Kita laut Stadtverwaltung nicht vorgesehen, müssten aber im Einzelfall erfolgen, um alle Schulkinder zu betreuen.

Wie viele Kinder werden derzeit insgesamt in den städtischen Kindertagesstätten betreut? Wie viele in den einzelnen Einrichtungen?

Seit Donnerstag, 14. Mai, handelt es sich um 416 Kinder, davon 162 Vorschulkinder.

Wie viele Kinder sind es ab dem 28. Mai?

Hilden hat 477 Vorschulkinder, die Stadt rechnet aber nicht damit, dass alle 477 gebracht ­werden.

Wie hoch ist der Anteil der Kinder, die mit der Öffnung der Tagespflege in Hilden wieder betreut werden?

Von 260 Kindern waren am 7. Mai 63 Kinder in der Notbetreuung (24 Prozent), ab dem 14. Mai sollten noch weitere 35 Kinder (13 Prozent) hinzukommen.

Wie viele Tagespflegeeinrichtungen stehen unter den derzeitigen Bedingungen zur Verfügung?

58, davon drei, die nicht arbeiten können.

Wie stellt sich die räumliche Auslastung der einzelnen Kindertagesstätten unter den derzeit besonderen Öffnungsklauseln dar?

Die Räume werden ausgelastet. Unter den Öffnungsklauseln vor dem 14. Mai hielt die Stadt die räumliche Situation für zufriedenstellend. Doch auch mit der Rückkehr der begrenzten Anzahl an Vorschulkindern seit dem 14. Mai gebe es keine unbeherrschbaren räumlichen Situationen. Allerdings: „Mit der Rückkehr aller Vorschulkinder plus der fortgesetzten Vorhaltung von Notgruppen werden die räumlichen Kapazitäten sich den Belastungsgrenzen annähern“ , betont die Stadtverwaltung. In Hilden sollen dann Einzelfallprüfungen in den Kitas vorgenommen werden.

Wie werden die Hildener Kindertagesstätten und die Tagespflege-Einrichtungen in der Umsetzung der Hygienekonzepte in der Corona-Krise unterstützt und kontrolliert?

Jede Kindertagesstätte verfügt über einen Hygieneplan, es finden keine Kontrollen durch die Stadt Hilden statt. Die kommunalen Kitas seien mit auf die Corona-Pandemie überarbeiteten Hygieneplänen ausgestattet, heißt es in der Antwort. Die Kontrolle obliege den Leitern der jeweiligen Einrichtungen.