Hildener Waldbrand war der größte der Feuerwehrgeschichte

Hilden : Die Feuerwehr verhindert Schlimmeres

Der Waldbrand war das größte Feuer in der Geschichte der Hildener Feuerwehr. Schaden an Vegetation ist relativ gering.

Ostersamstag standen rund 250 000 Quadratmeter Unterholz im Stadtwald im Flammen. Erst nach elf Stunden war das Feuer gelöscht. Nach und nach werden immer mehr Einzelheiten des Großbrandes bekannt. „Es war der wohl größte Waldbrand in der Geschichte der Hildener Feuerwehr“, sagt Feuerwehrchef Hans-Peter Kremer im Rückblick. Und lobt den Einsatzleiter Stefan Brocke, stellvertretender Leiter der hauptamtlichen Wache: „Ich war in Herzogenrath und kam erst eine Stunde nach der Alarmierung nach Hilden.“ Brocke habe vom Polizeihubschrauber aus das Feuer lokalisiert: „Dafür hat er eine Spezialausbildung.“ Es sei sehr früh und sehr umfassend alarmiert worden: „Das war ein großer Vorteil. Die Zusammenarbeit mit den Feuerwehren aus den Nachbarstädten war wirklich hervorragend.“

Die Stadtwerke Hilden betreiben große Wasserspeicher im Jaberg. Von dort führen Zentralleitungen entlang der Elberfelder Straße und in Richtung Schönholz durch den Stadtwald. Dieser glückliche Umstand habe die Wasserversorgung sichergestellt. „Das Problem war, das Wasser in den Wald hineinzubekommen“, erläutert Kremer: „Die Schläuche mussten mehrere hundert Meter per Hand gezogen werden.“ Dazu war der Untergrund sehr schwierig, voller Stolperfallen und Morast. Es grenze an ein Wunder, dass kein einziger der rund 220 Einsatzkräfte (Feuerwehrleute, Polizisten, Hilfsdienste) bei dem strapaziösen Großeinsatz (der auch noch die Nacht auf Ostermontag andauerte) verletzt wurde. „Darauf bin ich besonders stolz“, sagt der Leiter der Feuerwehr, Hans-Peter Kremer: „Und auf den Einsatz der ehrenamtlichen Kameraden. Sie haben eine grandiose Arbeit geleistet.“

Förster Dennis Anders hat gestern die Schäden an Flora und Fauna begutachtet. „Wir haben Glück im Unglück gehabt“, fasst er seine Beobachtungen zusammen. Das Hauptgebiet sei ein sumpfiges Gebiet hinter der Waldkaserne rechts der Elberfelder Straße Richtung Haan gewesen. Dort habe eine etwa 25 Zentimeter starke Schicht aus trockenem Material gebrannt – „ähnlich wie ein Torf-Brikett“.

Das Feuer habe vor allem Birken, Erlen und Weiden beschädigt, alles Bäume, die Feuchtigkeit lieben. „Die Feuerwehr hat verhindert, dass die Flammen auf Nadelbäume und den Hochwald übergreifen“, berichtet Anders: „Das war sehr knapp und eine tolle Leistung.“ Wenn die Kronen Feuer gefangen hätten, wäre Schlimmeres passiert: „Für die Vegetation ist der Schaden relativ gering. Neben den verbrannten Halmen kommen schon erste grüne Triebe aus der Erde.“ Die Tiere seien bei dem Brand nicht so gut weggekommen: „Bei Vögel, die in Bodennähe brüten, ist die Brut in diesem Jahr verloren.“ Die Stadt Hilden sei gegen Waldbrand versichert. Einige Bürger hatten der Stadtverwaltung schon Spenden angeboten.

Der Förster bittet eindringlich, die Absperrungen zu beachten. Heute will die Feuerwehr mit Hilfe einer Drohne das Brandgebiet abfliegen. Die Areal wird immer noch kontrolliert. Der Leiter der Feuerwehr hat Sorge, dass Glutnester im Boden die Flammen wieder entfachen könnten. Kremer und Förster Dennis Anders wünschen sich ergiebigen Dauerregen, am liebsten mehrere Tage lang. Die Polizei versucht die Brandursache zu ermitteln, ist bislang aber nicht weitergekommen, sagt ein Sprecher. Hinweise an Telefon 02103/898-6410.

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