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Hildener verhalten sich in der Corona-Krise hervorragend

Hilden : „Wir sind gewappnet für zweite Welle“

In Düsseldorf müssen Polizei und Ordnungsdienst regelmäßig gegen Menschenansammlungen vorgehen, überall weigern sich Menschen, Masken zu tragen. Die Corona-Krise hat zu Problemen geführt, über die sich vor einem halben Jahr noch niemand Gedanken machen musste.

Das Hildener Ordnungsamt sorgt dafür, dass die immer wieder angepasste Corona-Schutzverordnung eingehalten wird. Michael Siebert leitet das Amt und spricht in unserem Interview über das Verhalten der Hildener und die Lehren aus den ersten Monaten.

Wie beurteilen Sie die ­Disziplin der Hildener?

Michael Siebert: Chapeau! Die Hildenerinnen und Hildener haben sich insbesondere in der heißen Phase hervorragend verhalten und sich schnell auf die Situation eingestellt, von ganz wenigen Ausnahmen mal abgesehen. Die Disziplin ist grundsätzlich auch heute noch vorhanden, wobei ich persönlich schon das Gefühl habe, dass es hier und da etwas sorgloser zugeht. Wir müssen weiter wachsam bleiben.

Wie oft musste das ­Ordnungsamt bislang bei Verstößen gegen die ­Corona-Schutzverordnung eingreifen?

Siebert: Bislang haben wir bereits etwas über 110 Bußgeldverfahren eingeleitet. Zumeist handelte es sich je nach Stand der Lockerungen um Verstöße gegen Betretungsverbote, unzulässige Ansammlungen von Personengruppen und die Nichtbeachtung der Maskenpflicht. Hinzu kommen zahlreiche Vorgänge, in denen der Kommunale Ordnungsdienst vor Ort überprüft und bei Bedarf Beratungen durchgeführt hat.

Um wie viele Mitarbeiter wurden die Außenteams ­aufgestockt?

Siebert: Der Kommunale Ordnungsdienst wurde zwischenzeitlich um zeitgleich vier zusätzliche Kräfte aufgestockt. Darunter waren Kolleginnen und Kollegen aus den unterschiedlichsten Bereichen der Verwaltung. Für ihre Flexibilität und Spontanität meinen aufrichtigen Dank. Aufgrund des aktuell eher ruhigen Infektionsgeschehens haben wir diesen Personaleinsatz zunächst wieder zurückgefahren. Wir sind aber jederzeit in der Lage, das Team kurzfristig wieder aufzustocken.

Wie viel Prozent der Arbeit des Ordnungsamtes hat Corona anfangs ausgefüllt, wie viel Prozent sind es jetzt noch?

Siebert: Da muss ich unterscheiden. Zum Ordnungsamt gehören ja unter anderem das Standesamt, das Bürgerbüro und die Gewerbestelle. Wir haben sichergestellt, dass diese Bereiche weiter funktionieren und die Bürgerinnen und Bürger ihre „regulären“ Anliegen auch in der Phase des Lockdowns erledigen können. In der klassischen Gefahrenabwehr durch das Ordnungsamt, betrug der Anteil, insbesondere im März und April, nahezu 100 Prozent. Der Ordnungsdienst und die eingerichteten Rufbereitschaften waren rund um die Uhr im Einsatz. Aktuell ist zwar wieder ein Stück weit Normalität eingekehrt, aber Corona macht immer noch einen wesentlichen Anteil unserer Arbeit aus. Es kommen zahlreiche An- und Rückfragen zur Verordnung. Außerdem prüfen wir eingereichte Hygieneschutzkonzepte, gehen Hinweisen aus der Öffentlichkeit nach und setzen die Ordnungsverfügungen des Kreises bei Erkrankungs- und Verdachtsfällen um.

Wann wird bei Ihnen wieder der normale Alltag ­einkehren?

Siebert: Wenn ich das wüsste, könnte ich das Ende der Pandemie voraussagen. Bislang sind wir insgesamt in Deutschland recht gut mit der schwierigen und neuartigen Situation klargekommen. Aber es ist eben noch nicht vorbei. Hierzu werfe man nur einen Blick ins benachbarte Ausland oder auf die dramatischen Zustände auf dem amerikanischen Kontinent. Warten wir jetzt einfach mal die Entwicklung in den nächsten Wochen und Monaten ab.

Wie bereiten Sie sich auf eine mögliche zweite Welle und eine Verschärfung der ­Maßnahmen vor?

Sieber:t Ich denke, wir sind gewappnet. Natürlich wird es auch darauf ankommen, ob und wie stark eine mögliche zweite Welle auftreten wird. Davon hängt schließlich ab, wie viel zusätzliches Personal erforderlich ist.