Hildener Urnenwand entsteht

Ein Kolumbarium komplettiert den Hildener Südfriedhof.

Heute läuft das Bieterverfahren: Für die Urnenwand auf dem Hildener Südfriedhof sucht die Stadt eine Bauunternehmung. Sie soll die Pläne für das Kolumbarium — es ist das erste auf Hildener Stadtgebiet — in die Tat umsetzen. Nachdem auch der Hildener Rat im vergangenen Jahr grünes Licht gab, laufen die Ausschreibungen. Heute ist Einsendeschluss für alle Bewerbungen. Die Stadtverwaltung sucht das beste Angebot heraus und vergibt dann den Auftrag.

Die Urnenwand soll Mitte Oktober errichtet sein. Sind auch der Vorplatz ansprechend gepflastert, das Gedenkfeld angelegt und der Rasen eingesät, kann die erste Bestattung erfolgen. Ulrich Hanke, Leiter des städtischen Bauhofs, hofft, dass das noch in diesem Jahr der Fall ist. Die Nachfrage nach Urnenbestattungen wird immer größer.

Seit 2010 werden in Hilden mehr Urnen als Särge beigesetzt. Auch pflegefreie Grabstätten sind gefragt. Sie machten zuletzt einen Anteil von 78,4 Prozent aller Urnengräber aus. Beliebt sind auch die seit 2009 angebotenen Baumgräber, in die Urnen versenkt werden. „Das erste Feld mit 560 Plätzen ist seit Ende vergangenen Jahres voll“, berichtet Hanke. Das zweite, kleinere Feld, werde auch schon stark nachgefragt.

In Monheim hat man ähnliche Erfahrungen gemacht. Dort gibt es seit 2010 auf dem Waldfriedhof ein Kolumbarium. 81 Prozent aller Bestattungen sind Urnenbeisetzungen, sagt Manfred Hein, Abteilungsleiter Bauverwaltung. „Davon ist der größte Teil in dieser Wand.“ 629 Plätze in Urnenwänden hatte die Stadt Monheim in den beiden ersten Bauabschnitten vorgesehen. Sie sind bereits belegt.

Seit November stehen in einem dritten Bauabschnitt nun weitere 708 Plätze zur Verfügung, „und wir zählen bereits 120 Einzüge“, berichtet Hein. Der Monheimer staunt daher über die geringe Zahl an Plätzen, die die Stadt Hilden in ihrer Urnenwand vorsieht: „40 Fächer sind wirklich nix.“ Auch in Monheim seien zunächst Baum- oder pflegearme Gräber stark gefragt gewesen — immer weniger Angehörige haben die Zeit oder sind körperlich dazu in der Lage, ein herkömmliches Grab zu pflegen. „Aber die Menschen hatten das Problem, dass sie keinen Trauerort hatten“, hat Hein beobachtet. Daher habe sich die Stadt Monheim dazu entschlossen, eine Urnenwand zu errichten. Grabstätten in solchen Kolumbarien bieten den Vorteil, dass die steinerne Grabplatte optionsweise mit dem Namen, dem Geburts- und Sterbedatum, einer gravierten Zeichnung oder eventuell auch einem Foto des Verstorbenen und einem Blumenväschen versehen werden kann.

Kerzenleuchter sind nicht erlaubt, das Wachs kann den Naturstein verschmutzen. Auch in Hilden legen die Planer großen Wert auf eine ansprechende Gestaltung. Es gibt in einem Halbrund vier Kammer-Elemente, bestehend aus je zehn Kammern,

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