Hildener sitzt in seiner Freizeit am Richterpult

Hildener sitzt in seiner Freizeit am Richterpult

Gerd Wimmershoff arbeitet als ehrenamtlicher Richter. Für dieses Amt werden noch Freiwillige gesucht.

Hilden. Langeweile ist für Gerd Wimmershoff ein Fremdwort. Neben Frau und Kindern, kümmert sich der 73-Jährige um die zahlreichen Enkel, fährt Fahrrad, macht Nordic Walking. Zudem ist er ehrenamtlicher Seniorenbeiratsvorsitzender und bekleidet seit vielen Jahren ein ehrenamtliches Richteramt in Düsseldorf. Gerade ist er für die nächste fünfjährige Legislaturperiode wiedergewählt worden.

Foto: Archiv

„Wer hätte das gedacht, in meinem Alter. Aber scheinbar sind sie dort ganz zufrieden mit mir“, sagt Wimmershoff. Viele Jahre war der Pensionär Personaldezernent in Hilden, hat von je her den Umgang mit Menschen geschätzt. Die Berufung zum ehrenamtlichen Richter am Arbeitsgericht kam da gerade recht: „Ich hatte viel mit Beförderungen zu tun, genau um Klagen rund um diese und andere Personalentscheidungen geht es ja unter anderem auch am Arbeistgericht.“

Mit dem Wechsel zum Sozialgericht änderte sich auch der inhaltliche Aufgabenbereich. Rund bis zu fünfmal pro Jahr trifft Wimmershoff nun, gemeinsam mit einem weiteren Beisitzer und einem hauptberuflichen Richter, Entscheidungen, die sich etwa mit der Festlegung eines Behindertengrades beschäftigen.

„Meistens müssen wir entscheiden, welches Gutachten uns schlüssiger oder glaubwürdiger erscheint — das des behandelnden Arztes oder das des Gutachters, der vom Gericht bestellt wurde.“ Dabei fühlt sich Wimmershoff durchaus gleichberechtigt: „Theoretisch könnten wir die Entscheidung eines Hauptrichters kippen, indem wir zwei Ehrenamtler dagegen stimmen“, sagt der Pensionär.

Für Schöffenämter gibt es nur eine geringe Aufwandsentschädigung und die Fahrkostenerstattung. Das aber hat Wimmershoff nie abgeschreckt. „Ich meine, wer in der Lage ist, sollte sich in die Gesellschaft einbringen. Und im Übrigen hält dieses Amt des Beisitzers auch geistig fit, weil man aufmerksam zuhören und mitdenken muss.“