Hildener Karneval startet mit Prinzenbiwak in die Session durch

Hilden : Hildener Narren feiern mit ihren Nachbarn

Die „Musketiere“ hatten zum prächtigen Jubiläumsbiwak in die Stadthalle eingeladen.

Im Foyer lockerten einige Tänzerinnen in blau-weißer Uniform ihre Muskeln für den Auftritt, während sich nebenan Musiker in schwarz-gelber Tracht einspielten. Und im Inneren der Halle ließ das rhythmische Klatschen zum Einmarsch der rot und weiß gekleideten Jecken den Boden unter den Füßen der Besucher erzittern: Beim Biwak der Karnevalsgesellschaft „Die Musketiere“ in der Hildener Stadthalle ging es Schlag auf Schlag. 15 Gruppen aus der ganzen Region gaben sich auf Einladung der „Musketiere“ um Organisator Ernst de Clerque die Klinke in die Hand, wirbelten über die Bühne und begrüßten enthusiastisch das närrische Volk.

„Jetzt geht die heiße Phase der Session los“, frohlockte Frank Haak, zweiter Vorsitzender der KG Gerresheimer Bürgerwehr. Die war mit einer rund 50-köpfigen Abordnung gekommen, darunter Mitglieder der Tanzgarde und deren Eltern. Letztere zogen in Clownskostümen mit ihrem Nachwuchs in die Halle ein. „Die Kinder haben mich zur Karnevalsgesellschaft gebracht“, erzählte Natascha Neuen. Ihre 16-jährige Tochter ist in der Tanzgarde aktiv, ihr fünf Jahre jüngerer Sohn als Fahnenträger.

„Hier ist die Stimmung einfach gut“, lobte Neuen. Zumal die Gastgeber ganz nebenbei auch noch ein waschechtes närrisches Jubiläum feierten: Vor zweimal elf Jahren hatten der damalige Musketiere-Präsident Eddiy Blum und Heinz de Clerque die Idee für ein solches Treffen in Hilden geäußert. Exakt am 11. Januar 1998 ging dann die Premiere über die Bühne.

Es kamen auch Karnevalsgruppen aus Monheim und Solingen

Über Jahre sind offensichtlich gute Kontakte entstanden: Neben Lokalmatadoren wie dem Hildener Prinzenpaar Christoph I. und Veronika I. sowie den jungen Tollitäten Jannik und Hannah aus der Itterstadt nebst Gefolge hatten auch Prinzenpaare aus Monheim und Solingen ihr Kommen zugesagt. Eine weitere Anreise hatte die Stadtwache „Oecher Börjerwehr“ hinter sich gebracht: „Es gibt eine jahrelange Verbundenheit zu den Musketieren“, betonte Michael Hommelsheim, Kommandant des traditionsbewussten Aachener Vereins. Der Besuch in Hilden stand gestern für die Börjerwehr am Anfang eines straffen Programms, das bis Mitternacht reichen sollte: „Wir sind heute Abend noch beim Ball der Mariechen“, erzählte Hommelsheim, der einst als Aushilfe an der Bassgitarre zum Karneval gelangt war.

Drei bis vier Auftritte stünden für die „Börjerwehr“ derzeit pro Wochenende auf dem Programm. Einmal im Jahr geht es für die Oecher nach Hilden – und ebenso oft empfangen sie die „Musketiere“ in ihrer Heimat im Dreiländereck.

Der Besuch in Hilden war für
die Bürgerwehr ein Höhepunkt

„Karneval lebt von Kontakten“, erklärte wiederum Frank Haak, bevor es für ihn und seine Mitstreiter auf die Stadthallen-Bühne ging – und zwar unter dem begeisterten Applaus des Publikums. Das bewies Stehvermögen und feierte bei freiem Eintritt vom Vormittag bis zum späten Nachmittag.

„Wir kommen immer wieder gerne nach Hilden“, bekräftigte Haak, bevor er sich mit seiner Gerresheimer Bürgerwehr wieder auf den Heimweg machte.

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