Leben in Hilden Winterstimmung auf dem Weihnachtsmarkt

Hilden · Dichtes Gedränge gab es am Samstagnachmittag auf der Mittelstraße: Der Weihnachtsmarkt und das Winterdorf lockten zahlreiche Menschen nach Hilden. Was es dort alles zu sehen gab.

Am späten Nachmittag war das Gedränge auf dem Weihnachtsmarkt groß.

Am späten Nachmittag war das Gedränge auf dem Weihnachtsmarkt groß.

Foto: Köhlen, Stephan (teph)

„Wir hätten gerne einen Glühwein und einen Kinderpunsch“, bestellt eine Besucherin bei Michaela und Anja Hargesheimer von der Tanzsportgemeinschaft Blau-Weiß. Wie viele andere Vereine ist die Gruppe mit einem Stand auf dem Hildener Weihnachtsmarkt vertreten. Traditionell am ersten Adventswochenende lassen sich Besucher, Vereine und Standbetreiber durch den dreitägigen Weihnachtsmarkt in der Innenstadt auf die Adventszeit einstimmen.

Während von der Bühne auf dem Alten Markt die Musik des Blockflötenensembles Flauti erklingt, wärmen sich viele Besucher an den zahlreichen Essens- und Getränkeständen entlang der Mittelstraße auf. „Wir wollten mal gucken, die Weihnachtsatmosphäre erleben“, sagen Benjamin und Lejra. Die beiden wohnen zwar in Haan, besuchen aber trotzdem oft den Weihnachtsmarkt in der Nachbarstadt: „Hilden ist ein gutes Mittelmaß. In Haan ist der Weihnachtsmarkt immer so klein, in Düsseldorf so überfüllt. Hier ist es nicht so eng und es gibt für jeden etwas.“

Von selbstgemachter Marmelade über Armbänder bis Hundezubehör: Auf der gesamten Mittelstraße können die Besucher an den 74 Ständen viel entdecken. „Alle unsere Mitglieder haben, soweit sie konnten, selbst gebastelt, gehäkelt und gestrickt“, berichten Michaela und Anja Hargesheimer von der TSG Blau-Weiß. Der Verein ist bereits seit seiner Gründung vor 30 Jahren mit einem Stand auf dem Weihnachtsmarkt vertreten: „Es ist eine gute Sache, um den einen oder anderen für das Tanzen zu begeistern.“ Die Kälte, beobachtet Michaela Hargesheimer, würde einige Menschen allerdings in diesem Jahr von einem Besuch auf dem Weihnachtsmarkt abhalten.

Tatsächlich ist es am Samstagnachmittag winterlich kalt: Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt kann auch die Sonne nicht wirklich wärmen. „Die Temperaturen passen zur Weihnachtszeit“, findet Thomas Körblein von den Maltesern.

„Jeder Biss ein Genuss – eine Bratwurst für Sie?“, schallt es regelmäßig vom Stand der Hilfsorganisation. Die engagierten Ehrenamtler preisen ihre hausgemachten Würste an. Mit den Einnahmen soll das Projekt „Herzenswunsch“ unterstützt werden, das schwerkranken Menschen einen Wunsch erfüllt. Seit 45 Jahren betreiben die Malteser einen Stand auf dem Weihnachtsmarkt. Früher haben sie hier noch Erbsensuppe verkauft, erinnert sich Thomas Körblein: „Gerade im Ehrenamt ist es sehr wichtig, dass man sich hier präsentieren kann.“ Besucherin Kornelia Hausmann wartet neben dem großen Weihnachtsbaum am Alten Markt, während sich ihr Mann eine Bratwurst bestellt. „Wir wollten mal gucken, was so los ist. Essen, trinken und kaufen, wenn ich etwas Interessantes sehe“, erzählt sie.

Gegenüber haben die Jecken Fründe in diesem Jahr zum ersten Mal gleich zwei Stände errichtet. Präsident Christian Schumacher nimmt die letzten Handgriffe an der weihnachtlichen Dekoration selbst in die Hand: „Das muss ein Hingucker sein. Es wird gequatscht, gelacht und dem Bühnenprogramm gelauscht.“ Seit 2006 nimmt der Karnevalsverein am Hildener Weihnachtsmarkt teil. Für den Verkauf von Glühwein und Kaltgetränken sind Yvonne Schumacher und Milina Arping zuständig: „Wir helfen immer wieder, alljährlich. Es macht uns Spaß.“ Bereits am Samstagmittag sind in den Parkhäusern rund um die Hildener Innenstadt nur noch wenige Plätze frei. Mit besonders großem Andrang rechnen die Standbetreiber aber vor allem am verkaufsoffenen Sonntag, weil dann die Besucher nach den Einkäufen erfahrungsgemäß noch einen Abstecher zum Weihnachtsmarkt machen.

Musikalisches Programm
auf der Bühne am Markt

Auf der Bühne am alten Markt spielt inzwischen das Sinfonische Blasorchester der Musikschule. Trompeten, Posaunen und Horn der SBH-Brass begeistern ihre Zuhörer mit vielen Weihnachtsliedern. Das traditionelle Bühnenprogramm mit Auftritten von Musik-Ensembles und Tanzgruppen gehört zu den Höhepunkten der Veranstaltung. Wer die Mittelstraße weiter hoch läuft, begegnet gleich mehreren Weihnachtsmännern. Wie die Jecken Fründe sind die Mitglieder der Prinzengarde eigentlich im Karneval zuhause. Doch einmal im Jahr präsentieren sie ihre Tänze nicht im Ornat, sondern mit Zipfelmütze und im roten Mantel. „Es sind neun bis zehn Tänzer. Das wird ein Flashmob“, sagt Christoph Weber, Präsident des Prinzenclubs.

Nicht nur Karnevals- und Sportvereine nehmen am Weihnachtsmarkt teil: Auch der Hildener Heimat- und Museumsverein „Unser Hilden“ ist dabei. „Wir wollen bei der Bevölkerung Interesse an Heimatgeschichte wecken“, sagen Reinhild und Wolfgang Naumann. In der Auslage haben sie unter anderem Schnaps aus der historischen Kornbrennerei und Literatur über Wilhelm Fabry.

Gebrannte Mandeln, Popcorn und mehr bietet Nicole Bauer an. Trotz Inflation sowie gestiegenen Betriebskosten habe sie seit zwei Jahren keinen Verkaufspreis angehoben, betont die Inhaberin: „Wir lieben, was wir tun. Anders geht es nicht.“ Ihr Süßigkeiten-Wagen gehört zu den Buden, die über das erste Adventswochenende hinaus in der Innenstadt stehen bleiben. Und so können sich große wie kleine Besucher auch nach dem Ende des Hildener Weihnachtsmarktes noch auf ein wenig Weihnachtszauber rund um den Alten Markt freuen.

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