Ermittlungen wegen Volksverhetzung Anti-Israel-Parolen auf Hildener Schulen gesprüht

Hilden · Unbekannten haben Sprüche wie „Völkermörder Israel“ und „Free Gaza“ auf Wände im evangelischen Schulzentrum an der Gerresheimer Straße in Hilden gesprüht. Der Staatsschutz ermittelt wegen Volksverhetzung.

 Unbekannte haben Anti-Israel-Sprüche auf die Außenwände gesprüht.

Unbekannte haben Anti-Israel-Sprüche auf die Außenwände gesprüht.

Foto: Tobias Dupke

(tobi) Die Maler sind bereits beauftragt, die Schmierereien lassen sich aber leider nicht so einfach übermalen, wie gedacht, sagt der Leiter der Wilhelmine-Fliedner-Schule, Guedo Wandrey. Aber in den nächsten Tagen sollen sie verschwinden. „Völkermörder Israel“ und „Free Gaza“ haben Unbekannte an die Außenwände gesprüht. Vor allem die Gesamtschule ist betroffen, aber auch die gemeinsam mit dem Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium genutzten Sporthallen wurden beschmiert. Wer dahintersteckt, ist bislang unklar.

Neben den Anti-Israel-Parolen meldet die Polizei auch, dass eine palästinensische Fahne gut sichtbar auf einem Schrägdach befestigt worden war. Die Unbekannten haben in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag zugeschlagen. Abends um 21 Uhr war laut eines Behördensprechers noch nichts zu sehen. „Gegen 8 Uhr morgens stellte die Hausmeisterin der Gesamtschule entsprechende Graffitis an den Wänden der Schulgebäude sowie eine Palästina-Flagge fest. Ferner waren im Umfeld der Schule Flyer mit pro-palästinensischen Botschaften aufgefunden worden“, hieß es weiter.

 Einfach überstreichen lassen sich die Parolen nicht.

Einfach überstreichen lassen sich die Parolen nicht.

Foto: Tobias Dupke

Die alarmierten Beamten stellten die Flagge sowie die Flyer sicher und leiteten Verfahren wegen Sachbeschädigung und Volksverhetzung ein. Der Staatsschutz übernimmt die weiteren Ermittlungen. Die Täter sprühten ihre Botschaften auf Deutsch, Englisch und Arabisch auf die Wände. Sollten sie ermittelt werden, erwarten sie im Falle einer Volksverhetzung theoretisch Freiheitsstrafen von drei Monaten bis zu fünf Jahren.

Seit der Eskalation des Nahost-Konflikts im Oktober 2023 hat die Polizei im Kreis Mettmann immer wieder anti-israelische Schriftzüge, Farbschmierereien und Graffitis registriert. „Zudem war es im Herbst des vergangenen Jahres verstärkt zum Diebstahl israelischer Flagge gekommen – vornehmlich an Rathäusern. Hier waren aber auch Schulen betroffen“, erklärt der Polizeisprecher. In Hilden hatten Unbekannte die Fahne am Rathaus gestohlen und das Bürgerhaus besprüht. Am Hochhaus an der Beethovenstraße prangt seit einiger Zeit ein großes anti-israelisches Graffiti.

Die Polizei sucht jetzt nach Zeugen: Wer in der Nacht zu Donnerstag, 11. April, verdächtige Beobachtungen im Bereich des evangelischen Schulzentrums an der Gerresheimer Straße 74 gemacht hat oder unter Umständen sogar die Täter kennt, kann sich an die Polizei in Hilden, Telefon 02103 898-6410, wenden.

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