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Hilden verliert ganz besonderen Kirchenmusiker

Hilden : Hilden verliert bedeutenden Musiker

Seelsorgebereichsmusiker Carlos Reigadas wechselt 2019 nach Dülmen.

Ohne Carlos Alberto Reigadas wäre es in der katholischen Kirche St. Jacobus ziemlich still. Der Kantor und Seelsorgebereichsmusiker ist für die Orgelmusik, die Chorleitung und für die Instrumentenpflege verantwortlich. Der 46-Jährige hat in den vergangenen 14 Jahren in Hilden unglaublich viel geleistet. Er hat zahllose Orgelkonzerte gegeben und Solisten für die „Königin der Instrumente“ nach Hilden geholt.

Er hat neue Musikreihen wie die „ökumenischen Orgelkonzerte“ ins Leben gerufen und damit das Kulturleben bereichert. Er hat alte Chöre neu inspiriert: Das Konzert des 145 Jahre alten Kirchenchores Cantus Dei kürzlich mit Musik des Dresdner Barock beispielsweise war ein hinreißendes Erlebnis für alle Sinne (es gab auch Dresdner Stollen und Wein). Reigadas hat neue Chöre gegründet (wie den Jugendchor). „Du hast für und mit dem Chor tollte Arbeit geleistet und ihn zum dem gemacht, was er heute ist“, dankte Ulrich Tiegelkamp, Vorstand des Gospelchors „Auftakt“ beim Benefizkonzert für das Lionshilfswerk Hilden mit bewegenden Worten: „Ein Gospelchor, der das kulturelle Leben der Stadt Hilden bereichert hat. Du hast und gefordert, aber nie überfordert. Wir sind sehr, sehr traurig, dass Du gehst.“

Besser kann man es nicht ausdrücken. Der Gospelchor hatte im Geheimen ein Abschiedslied einstudiert: „Geh unter der Gnade“. Carlos Reigadas saß ganz still und in sich gekehrt auf einem roten Samtstuhl im Publikum und hörte zu.

Mit zwölf Jahren wurde er Organist seiner Heimatgemeinde. Er studierte Kirchenmusik, lernte Gesang, Chorleitung und Orgelimprovisation. Ein Aufbaustudium und ein Kapellmeisterstudium folgten. In Lübeck arbeitete Reigadas in einer evangelischen Gemeinde: „Dort wurde dringend ein Kirchenmusiker gesucht.“

Ab dem 1. April 2019 arbeitet Carlos Reigadas für die Pfarre St. Viktor in Dülmen. Der künftige Koordinierende Kirchenmusiker hat bereits seinen Dienstvertrag unterschrieben – und sich bereits ein Bild von Dülmen gemacht.