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Hilden und Haan: Wohnraum-Förderung legt deutlich zu

Hilden/Haan : Mehr Sozialwohnungen in Hilden

2019 hat der Kreis Mettmann 24,98 Millionen Euro für öffentliche Förderung von Wohnraum bewilligt. 2020 waren es 26,02 Millionen. Und für 2021 liegen Anträge für 32,58 Millionen Euro vor. Besonders Hildener bemühen sich um die Mittel.

9,77 Euro kalt beträgt die Durchschnittsmiete in Hilden laut Mietspiegel, 9,31 Euro in Haan Tatsächlich liegen die geforderten Mieten im Einzelfall oft deutlich darüber. Wohnen wird für viele immer teurer. Um mehr bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, hat die schwarz-gelbe Landesregierung viel Geld in die Hand genommen. Von 2018 bis 2022 stellt sie 1.1 Milliarden Euro jährlich garantiert zur Verfügung. Das macht sich auch im Kreis Mettmann bemerkbar, geht aus einem aktuellen Bericht der Kreisverwaltung hervor. 2019 wurden 24,98 Millionen Euro für die öffentlche Förderung von Wohnraum bewillgt. 2020 waren es schon 26,02 Millionen. Und für 2021 liegen bereits Anträge für 32,58 Millionen Euro vor.

Was auffällt: Nicht die Bürger aller kreisangehörigen Städte bemühen sich offenbar gleich intensiv um die Födermittel. Hildener allerdings schon. 2020 wurden nur in Hilden und in Langenfeld Miet-Sozialwohnungen gefödert: 18 Wohnungen in Hilden mit 3,2 Millionen Euro und 50 Einheiten in Langenfeld mit 8,4 Millionen Euro. Aktuell liegen dem Kreis vier Förderanträge für den Mietwohnungsbau aus Hilden, Erkrath, Mettmann und Velbert vor. Insgesamt werden hier 192 Wohnungen mit einem Fördervolumen von 32,58 Millionen Euro ab 2021 entstehen. Darüber hinaus befinden sich die Planungen für vier weitere Objekte in Monheim am Rhein, Velbert, Haan und Langenfeld in Abstimmung. (Fördervolumen 14,2 Millionen Euro für 91 Wohnungen). Für weitere Objekte in Hilden, Haan, Erkrath, Langenfeld, Mettmann, Monheim am Rhein, Ratingen und Velbert wurden bisher Bauanfragen gestellt und Vorgespräche geführt.

Die Zahlen belegen: Es entstehen also mehr öffentlich geförderte Wohnungen als in den Vorjahren: Unterm Strich bleibt die Bilanz freilich negativ. 2020 gab es in Hilden 1094 Sozialwohnungen, 20 weniger als im Jahr 2019. Laut einer Prognose der NRW-Bank wird es in Hilden 2030 nur noch 510 Sozialwohnungne geben. Das ist weniger als die Hälfte (-53,4 Prozent) im Vergleich zu heute. In Haan sieht es sogar noch dramatischer aus. Von heute 975 Sozialwohnungen werden 2030 nur noch 180 übrig sein, ein Verlust von 81,5 Prozent.

Das liegt auch daran, dass viele Eigentümer ihre Fördermittel vorzeitig zurückzahlen. Das ist lukrativer, als Erspartes für Minizinsen auf die Bank zu legen. Nach Ablauf der Nachwirkungsfrist fallen die Wohnungen dann vorzeitig aus der Bindung. Somit ist der Vermieter nicht mehr an die gesetzlich festgeschriebenen Mietobergrenzen gebunden. Im Jahr 2020 wurden kreisweit die Mittel für 451 Wohnungen vorzeitig zurückgezahlt. Im Vergleich zu 2019, in dem für 931 Wohnungen die Mittel vorzeitig abgelöst wurden, sei dies zwar ein deutlich geringerer Wert, stellt der Kreis fest. Von ihm lasse sich jedoch keine langfristige Tendenz ableiten.

277 Parteien suchten 2020 in Hilden eine öffentlich geförderte Wohnung, 66 weniger als ein Jahr zuvor. Wenn es nahezu aussichtlos ist, in einer bestimmten Stadt eine Sozialwohnung zu ergattern, stellen die Menschen auch keine Anträge mehr, sagt dazu der Kreis. Zudem könnten in mehreren Städten gleichzeitig Anträge gestellt werden. In Haan zählte die Stadt 171 Anträge, 21 mehr als im Vorjahr. Wer sucht eine Sozialwohnungen? In der Mehrheit alleinstehende Rentner sowie Ehepaare oder Alleinerziehende mit Kind, die alle nur über wenig Geld verfügen.

Der Kreis hat im vergangenen Jahr dazu den Bau oder den Erwerb von neuen oder gebrauchten Eigenheimen und Eigentumswohnungen mit

3.95 Millionen Euro gefördert. Für die Modernisierung von 111 Wohneinheiten wurden 10,38 Millionen Euro bewilligt. Zusammen mit den erwähnten 11,68 Millionen Euro für den Mietwohnungsbau ergibt das eine Gesamtförderung für Wohnraum von 26,02 Millionen Euro.

(cis)