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Hilden: So viele Briefwähler wie noch nie

Hilden : Es gab noch nie so viele Briefwähler wie dieses Mal

Die Corona-Krise sorgt für einen Rekord bei der Briefwahlbeteiligung an einer Kommunalwahl. Die Stadt hat die Zahl der Wahlvorstände, die sich um die Auszählung kümmern, aus diesem Grund verdoppelt.

Alle Hände voll zu tun hat dieser Tage Klaus Helmer. Hildens Wahlleiter kümmert sich mit einigen Kollegen um den reibungslosen Ablauf der Kommunalwahl. Und auch wenn der Wahltag erst am Sonntag ist, haben viele Menschen bereits jetzt abgestimmt. „10 100 haben bisher ihre Stimme abgegeben“, erklärt Helmer – so viele wie noch nie zuvor bei einer Kommunalwahl. „Und es kommen wahrscheinlich noch etliche hinzu“, sagt er. Zum Vergleich: Bei der Kommunalwahl 2014 hatten 7250 Hildener per Brief oder im Wahlamt abgestimmt.

Die bisher meisten Briefwähler gab es bei der Bundestagswahl vor drei Jahren. Damals gaben rund 11 500 Menschen ihre Stimme im Vorfeld ab. Die Wahlbeteiligung lag allerdings auch bei 77,9 Prozent. Bei Stadratswahlen dümpelt sie zwischen 50 und 55 Prozent. Die Briefwähler-Quote liegt daher bei der Kommunalwahl wahrscheinlich deutlich höher als bei der Abstimmung um die ­Bundestagsmandate.

Wähler möchten Kontakt
im Wahlbüro vermeiden

Den Grund für den Ansturm auf die Briefwahl sieht Helmer in der Corona-Pandemie: „Viele Wählerinnen und Wähler möchten die Wahl im Wahllokal vermeiden.“ Damit wollen sie offenbar das Risiko einer Ansteckung minimieren. 46 523 Hildener sind aufgerufen, ihre Stimme für Landrat, Kreistag, Bürgermeister und Stadtrat abzugeben sowie den Integrationsrat wählen.

Das funktioniert im Vorfeld einerseits als Briefwahl, anderseits aber auch persönlich im Wahlamt. Wer diesen Weg wählt, muss in die Räumlichkeiten am Ellen-Wiederhold-Platz (im Rathauscenter neben dem Durchgang zum Rathaus) kommen und seine Wahlbenachrichtigung mitbringen. „Es geht aber auch mit dem Personalausweis“, sagt Klaus Helmer. Vor Ort gelten die normalen Hygienemaßnahmen wie Abstand, Maske, Desinfektion der Hände. „Zusätzlich werden die Stifte regelmäßig desinfiziert und die Wahlkabinen mit Flächendesinfektionsmittel gereinigt“, erklärt der Wahlleiter. „Die Wählerinnen und Wähler müssen sich nicht in Listen eintragen. Die Verweildauer im Wahlamt ist recht kurz.“ Im Wahlamt können bis Freitag, 11. September, 18 Uhr, Wahlscheine beantragt werden. „Da es keine Sonderleerung der Briefkästen gibt, sollen die per Post geschickten Wahlbriefe daher bis zum Mittwoch vor der Wahl zur Post gegeben werden. Danach können die Briefe bis Freitag direkt beim Wahlamt abgegeben werden oder bis 13. September spätestens um 16 Uhr in den Hausbriefkasten des Rathauses geworfen werden“, erklärt Klaus Helmer. „Die roten Wahlbriefe mit Wahlschein, Stimmzettelumschlag und Stimmzettel verbleiben bis zum Wahlsonntag im verschlossen Wahlamt. Am Wahlsonntag gehen die Wahlbriefe an die Briefwahlvorstände.“ Um die deutlich höhere Anzahl der Briefwahlunterlage sichten zu können, hat die Stadt personell reagiert. „Wir haben die Anzahl der Wahlvorstände von 32 auf 22 reduziert und dafür die Zahl der Briefwahlvorstände von 11 auf 22 verdoppelt“, erklärt der Wahlleiter. Ein Wahlvorstand besteht aus mehreren Mitgliedern, die nach 18 Uhr die Stimmen zählen.