Kinder in Hilden Knappe Mehrheit für den Erhalt des Spielmobils

Hilden · Hilden muss sparen, doch wo? Die Debatte über Mittelstreichungen zog sich durch Dutzende Tagesordnungspunkte.

 Seit mehr als zwei Jahrzehnten bietet das Spielmobil Kindern eine preisgünstige Alternative zu teuren Freizeitparks.

Seit mehr als zwei Jahrzehnten bietet das Spielmobil Kindern eine preisgünstige Alternative zu teuren Freizeitparks.

Foto: Matzerath, Ralph (rm)/Matzerath, Ralph (rm-)

Mit einer knappen Mehrheit hat sich jetzt der Ausschuss für Finanzen und Beteiligungen für den Erhalt des Spielmobils ausgesprochen. Die CDU hatte in die Sitzung im Hildener Bürgerhaus einen Antrag eingebracht, der die Streichung der Mittel für das Projekt vorsah. Dass dies ein schmerzhafter Schritt sei, räumte Susanne Brandenburg zu Beginn der Debatte ein, doch sie äußerte auch die Hoffnung, dass sich ja möglicherweise ein Verein oder privater Träger für das Spielmobil finden werde.

Im weiteren Verlauf der Diskussion wurden daran Zweifel laut. Die SPD machte deutlich, dass sie die Streichung der Mittel ablehnen werde. Anne Gronemeyer (Bündnis 90/Die Grünen) widersprach ebenfalls: „Ich sehe keinen privaten Träger!“ Sie erinnerte außerdem daran, dass das Spielmobil vor allem für Kinder eine Alternative sei, die sich keinen „Eintritt ins Phantasialand leisten können“.

Damit bestätigte Gronemeyer das, was die Grünen schon im Vorfeld der Sitzung in einer Pressemitteilung angekündigt hatten. „Wir wollen, anders als die CDU, attraktive Angebote wie den Abenteuerspielplatz und das Spielmobil trotz finanzieller Engpässe im Stadthaushalt für unsere Kinder erhalten“, erklärt darin die Fraktion. Das Spielmobil gebe seit einem Vierteljahrhundert an 65 Tagen pro Jahr Kindern die Gelegenheit, auf Spielplätzen, Schulhöfen sowie Kindergärten einen Nachmittag in einem „kleinen Freizeitpark“ zu erleben. Das Phantasialand sei für Kinder, die arm oder von Armut bedroht seien, kaum zu finanzieren, betonte Gronemeyer im Ausschuss. Zu dieser Gruppe zählen laut Einschätzung der Grünen rund 20 Prozent aller Kinder in Hilden. Der riesige Zulauf zu dem Angebot würde jedenfalls dessen Notwendigkeit bestätigen.

Einigkeit bestand beim Abenteuerspielplatz

Ein anderer Aufreger war in den vergangenen Wochen die drohende Schließung des Abenteuerspielplatzes. Schon vor der Sitzung des Ausschusses für Finanzen und Beteiligungen hatte sich aber bereits abgezeichnet, dass dieser eine Zukunft haben soll. Das Gremium sprach sich bei seiner Sitzung im Bürgerhaus bei einer Enthaltung geschlossen dafür aus, dass für das Projekt im kommenden Jahr erneut 475.000 Euro in die Hand genommen werden sollen. Die Freizeitgemeinschaft (FZG) erhält 50 Prozent des Etats und hört im Sommer auf. Die andere Hälfte geht an den zukünftigen Betreiber. Formell braucht es dafür noch einen Ratsbeschluss Ende Juni.

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