Hilden: Note „Gut“ für neuen Warrington-Platz

Hilden : Neuer Spielplatz kommt gut in Hilden an

Der Spielplatz in der Hildener Innenstadt wurde für 430 000 Euro modernisiert. Nun haben Mitglieder des Jugendparlaments den neuen Warrington-Platz bei einer Begehung begutachtet und anschließend bewertet.

Emily und Alesja, beide zwölf Jahre alt, rotieren ganz entspannt auf dem neuen Karussel: „Das ist hier jetzt viel besser, aber auch alles viel kleiner“, lautet ihr Urteil über die Spielmöglichkeiten auf dem neu gestalteten Warrington-Platz. Vor knapp vier Wochen wurde die Anlage, die für rund 430 000 Euro mitten in der Stadt modernisiert wurde, offiziell eröffnet.

Jetzt gab es eine Ortsbegehung mit zehn Abgeordneten des Jugendparlaments. Jannis, Amelie, Hannah, Yanis und Redouan hatten bereits bei der Planung vor zwei Jahren Wünsche für die Neugestaltung äußern können. Zusammen mit Susanne Hentschel-Billen, der Koordinatorin des Jugendparlaments, trafen sie den Projektleiter Achim Hendrichs vom Grünflächenamt der Stadt und Silke de Roode, Mitarbeiterin im Büro für Stadt- und Regionalplanung. Die Erwachsenen erklärten, warum es auf dem Warrington-Platz nun mehr Sitzmöglichkeiten gibt: „Damit auch Ältere und Menschen mit Behinderungen sich hier aufhalten können.“

Deshalb gebe es auch keine Stufen mehr und der Steinhang zum Brunnen wurde abgeflacht. „Es ist jetzt so leer hier“, urteilen allerdings die Kinder. „Das fühlt sich nicht mehr so privat an“, erklärt Yanis. Verstecken-Spielen könne man in diesem Winter wohl vergessen, denn: „Früher war die Bambus-Hecke viel höher“. Nach dem Umbau des Platzes muss sie erst einmal wieder wachsen.

Eine Beruhigung für besorgte Eltern hat Achim Hendrichs an dieser Stelle schon dabei: Die scharfe Metall-Einzäunung rund um das Beet wird in der kommenden Woche abgeschliffen und mit einem runden Rohr versehen. Das neue Karussel ist auch für kleine oder behinderte Kinder geeignet. Hannah urteilt: „Das ist jetzt viel sicherer, man kann sich gut festhalten.“ Im Mittelpunkt des neuen Open-Air-Bereichs steht das Klettergerüst – jetzt ohne Holzelemente – mit Rutsche, Stangen, Balancier-Balken und Seil-Leitern. „Hier in der Mitte des Platzes darf ordentlich Action sein“, erklärt der Planungsfachmann. Rund um den Springbrunnen soll man Sonne und Holzbänke genießen. „Das Klettern auf dem Brunnen hat aber früher auch viel Spaß gemacht“, merkt Amelie kritisch an. Unter den Bäumen am gegenüberliegenden Teil des Platzes herrscht Ruhe. Dort gibt es neben dem Bücherschrank noch drei niedrige Spielgeräte und Metall-Bänke mit Rückenlehnen zum Verweilen. Im Sommer bestimmt begehrt, aktuell etwas trist. „Es ist ziemlich ungewöhnlich, so einen Platz für alle mitten in der Stadt zu haben“, erklärt Projektleiter
Hendrichs.

Die jungen Parlamentarier waren seit 2017 mit in die Planung einbezogen. Im Frühjahr diesen Jahres begann die Umgestaltung. Jetzt sind die Holzhäcksel verschwunden und man kann Wippe und Schaukel über einem weichen Kunststoffboden bewegen. „Der ist wirklich ganz toll!“ Die achtjährige Esther vermisst aber die alte „gelbe Brücke“. Überhaupt hätte es doch früher mehr Spielgeräte gegeben. Und: „Wo ist eigentlich ein Sandkasten?“, wird nachgefragt. Da müssen die Kinder wieder auf vernünftige Argumente hören: Leider werde der zu oft von Hunden als Klo benutzt und von unordentlichen Erwachsenen als Mülleimer, lautet die Begründung. Immerhin konnten sich die Tester auf die Gesamtnote „Zwei“ einigen und werden zukünftig die Patenschaft übernehmen.

(chm)
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