Saisonstart Mitte Mai Hildener Waldbad soll abends länger geöffnet bleiben

Hilden · Die Auswinterungsarbeiten laufen auf dem Gelände des beliebten Hildener Freibades auf Hochtouren. Am Montag, 13. Mai, startet das Waldbad in seine 101. Saison. Was sich in diesem Jahr für die Besucher ändert.

Das Waldbad wird ausgewintert. Dazu gehört auch, dass Justin von der Firma Lauterjung einige Fliesen am Beckenrand erneuert.

Das Waldbad wird ausgewintert. Dazu gehört auch, dass Justin von der Firma Lauterjung einige Fliesen am Beckenrand erneuert.

Foto: Köhlen, Stephan (teph)

Mehrere Hundert Fliesen müssen erneuert werden, dafür arbeiten aktuell mehrere Handwerker in den Becken des Hildener Waldbades. 30.000 Euro kostet das die Stadtwerke als Betreiber in jedem Jahr. Aber diese Arbeiten sind wichtig, damit das Freibad an der Elberfelder Straße auch in diesem Jahr wieder in die Saison starten kann. Es gibt einige Neuerungen.

Wann startet die Saison?

Am 13. Mai geht es los. Das Waldbad öffnet um 9 Uhr. „Frühschwimmen bieten wir im Hildorado an“, erklärt Dirk Bremermann, der Leiter der beiden Hildener Schwimmbäder. Das werde mittlerweile gut angenommen. Früher öffnete das Waldbad bereits um 6.30 Uhr.

Vorbereitungen

„Wir haben rund zwei Monate vor der Eröffnung mit der Auswinterung begonnen“, erklärt Dirk Bremermann. Drei Tage lang wurde das Wasser abgelassen, das den Winter über in den Becken geblieben war. Das beugt laut Bremermann Schäden vor, denn sonst würden noch mehr Fliesen abplatzen. „Im Anschluss werden die Fliesen überprüft und defekte markiert.“ Während eine Spezialfirma die neuen Fliesen anbringt, kümmern sich die Angestellten der Stadtwerke unter anderem um die Grünanlagen, mähen den Rasen und bringen die Umkleiden auf Vordermann. Der TÜV habe auch schon die Rutschen abgenommen. „Wir liegen gut im Zeitplan“, sagt der Bäderleiter. Sieben bis zehn Tage vor der Eröffnung schaut das Gesundheitsamt vorbei, berichtet Dirk Bremermann weiter. Dann läuft alles im Normalbetrieb.

Wie teuer ist der Eintritt?

Bereits im März haben die Hildener Schwimmbäder ihre Preise erhöht. Im Waldbad beträgt der Eintrittspreis für einen ganzen Tag 6,50 Euro (bisher 4,70 Euro) für Personen ab 17 Jahren und 3,50 Euro für Kinder und Jugendliche von vier bis einschließlich 16 Jahren (bisher 3,20 Euro). Der Abendtarif für Erwachsene liegt bei 4 Euro (bisher 2,80 Euro) und ist ab 17.30 Uhr an Werktagen gültig. Kleinkinder bis drei Jahre haben weiterhin wie auch im Hildorado freien Eintritt. Hintergrund der Anpassungen seien die Inflation, steigende Personalkosten und die hohen Energiepreise. „Itterpass-Inhaber zahlen weiterhin nur die Hälfte. Und wer eine digitale Vorteilskarte hat, kann bis zu 17 Prozent sparen“, erklärt Dirk Bremermann. Waldbad und Hildorado machen jedes Jahr jeweils rund eine Million Euro Verlust, die jedoch gegen die Gewinne aus dem Verkauf von Strom und Gas gegengerechnet werden können. Wie hoch dieses Defizit ausfallen darf, entscheidet letztlich der Aufsichtsrat, der aus Vertretern der Hildener Lokalpolitik besteht. Dort werden auch die Eintrittspreise abgenickt.

Was ist neu?

Neben den höheren Preisen planen die Stadtwerke eine Ausweitung der Öffnungszeiten. „Wir öffnen um 9 Uhr und schließen um 20 Uhr“, erklärt der Hildener Bäderleiter. Das Waldbad soll also eine Stunde länger geöffnet bleiben. Außerdem hätten die Beckensauger bisher abends die Schwimmbecken gesäubert, das soll in dieser Saison morgens vor der Eröffnung stattfinden. „Dadurch haben die Vereine abends nach der Schließung mehr Zeit“, sagt Dirk Bremermann. Das Sonnensegel, das eigentlich schon zu 100. Saison im vergangenen Jahr angekündigt worden war und am Babybecken für Schatten sorgen sollte, lässt weiter auf sich warten – wenn es denn überhaupt kommt. Durch weitere Auflagen und bauliche Probleme hätten sich die Anschaffungskosten bisher mehr als verdoppelt. Ob einen Anschaffung unter diesen Umständen wirtschaftlich noch Sinn mache, müsse man sehen, erklärt Dirk Bremermann. Übrigens: Die Temperaturen bleiben gleich: Das Schwimmerbecken misst 24 Grad – vor der Energiekrise waren es 26 Grad.

Alle Mitarbeiter an Bord?

„Aktuell fehlen uns noch vier Rettungsschwimmer“, sagt Dirk Bremermann. Das sei aber jedes Jahr so. „Ich bin optimistisch, dass wir genug Personal finden.“ Die Stadtwerke hätten noch vier Wochen Zeit, am Samstag findet im Hildorado ein Speed-Dating für Interessenten statt (siehe Infokasten). Im vergangenen Jahr hatte das Waldbad seine Öffnungszeiten zeitweise aufgrund von Personalausfällen anpassen müssen.

Im vergangenen Jahr gab es ein paar Polizeieinsätze wegen Chaoten, die vor allem in Gruppen auftraten. „Wir werden auch in diesem Jahr wieder mit einem Sicherheitsdienst zusammenarbeiten“, erklärt Dirk Bremermann. Vor allem an potenziell sehr gut besuchten Tagen unterstützen sie das Schwimmbadpersonal. „Damit haben wir sehr gute Erfahrungen gemacht.“

Darf im Waldbad gekifft werden?

„Nein“, sagt Dirk Bremermann, Leiter der Hildener Schwimmbäder, ganz klar. Das Waldbad werde vor allem von Familien mit Kindern besucht, es geben Spielplätze, und bei dem Schwimmbad handele es sich um eine Sportstätte. Die Hildener Stadtwerke als Betreiber des Waldbades und des Hildorados müssen in diesem Fall noch nicht einmal von ihrem Hausrecht Gebrauch machen. Die „Deutsche Gesellschaft für das Badewesen“ erklärt in einer Stellungnahme, dass für öffentliche Schwimmbäder vor allem die gesetzlichen Konsumverbote relevant seien: Zum einen sei „der Konsum von Cannabis in unmittelbarer Gegenwart von Personen, die das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben“ verboten. Damit darf vor Kindern und Jugendlichen nicht gekifft werden, was im Familienbad an der Elberfelder Straße so gut wie unmöglich wäre. Darüber hinaus sei der Konsum von Cannabis in öffentlich zugänglichen Sportstätten und in deren Sichtweite verboten. Das wiederum bedeutet, dass der Joint auch nicht in der Warteschlange vor dem Waldbad geraucht werden darf. Erst ab einem Abstand von 100 Metern darf gekifft werden.

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