Sind Serientäter am Werk? Schon wieder verschwindet teure Bronzefigur von Friedhof

Hilden · Die Taten liegen nur wenige Monate auseinander: Zum dritten Mal in diesem Jahr stahlen Unbekannte eine Bronzestatue vom Hildener Hauptfriedhof. Handelt es sich um Serientäter? Polizei und Verwaltung beraten über Maßnahmen.

 Ende März war auf dem Hauptfriedhof bereits eine Marienfigur entwendet worden.

Ende März war auf dem Hauptfriedhof bereits eine Marienfigur entwendet worden.

Foto: Polizei

Bereits zum dritten Mal binnen weniger Monate ist eine Bronzefigur vom Hauptfriedhof in Hilden gestohlen worden. Am Dienstagnachmittag war einem Mitarbeiter aufgefallen, dass die an einem Denkmalgrab aufgestellt Statue fehlte. Die Täter müssen hier vom 15. auf den 16. April aktiv gewesen sein, vermutlich in den Nachtstunden. Die Polizei gibt als Tatzeitraum Montag, 16 Uhr, bis Dienstagmittag an.

Nähere Erkenntnisse zu den Tätern liegen zum jetzigen Zeitpunkt nicht vor. Die räumliche und zeitliche Nähe zu den beiden anderen Vorfällen legt allerdings den Verdacht nahe, dass es sich um dieselben Personen handelt. Zum aktuellen Zeitpunkt kann die Polizei das allerdings nicht bestätigen. Die Ermittlungen seien in einem frühen Stadium, teilte eine Polizeisprecherin mit. Ob präventive Maßnahmen eingeleitet werden können, darüber werden die zuständigen Abteilungen noch beraten.

Die Bronzefigur soll bei ihrem Kauf rund 15 000 Mark gekostet haben. Wann das der Fall war, weiß die Polizei aktuell nicht. Insofern lassen sich kaum Schlussfolgerungen über ihren aktuellen Marktwert ziehen. Die Polizeisprecherin geht davon aus, dass es den Tätern ums Material geht. Zurzeit kostet ein Kilogramm Bronze rund 1230 Euro.

Lediglich im Frühjahr 2022 wurde das Metall am Markt für mehrere Monate höher als aktuell gehandelt. Im vergangenen Jahrzehnt bewegte sich der Preis zwischen 600 und 850 Euro. Gut für die Diebe und schlecht für die Eigentümer: Bronze kann beliebig oft eingeschmolzen werden. Dass die Figur ihre Form nicht behalten werde, sei deswegen zu befürchten, bestätigt die Polizeisprecherin.

Rückblick: Bereits im Januar entwendeten Unbekannte eine Marienskulptur von einem Familiengrab. Die Tat war am 25. Januar von einer Angehörigen entdeckt und anschließend bei der Polizei angezeigt worden. Ende März bedienten sich erneut Kriminelle auf dem Hauptfriedhof. Der Wert der gestohlenen Statue beträgt in diesem Fall 1000 Euro.

Die Friedhofsverwaltung hatte nach dem zweiten Diebstahl reagiert und die Zufahrten nach Dienstschluss geschlossen, sodass potenzielle Tatorte nicht mehr mit einem Transporter angesteuert werden können. Die Zugänge zu Fuß über die Kirchhofstraße, die Pungshausstraße sowie die Straße „Am Feuerwehrhaus“ sollten geöffnet bleiben.

Noch ist unklar, welche Maßnahmen sinnvoll sind

Und nun? „Im Moment wissen wir nicht, wie wir darauf reagieren sollen“, räumt Torsten Rekindt ein. Der Leiter des Bauhofes geht davon aus, dass die Täter die Bronzestatue zu Fuß vom Friedhofsgelände brachten. Er ist sich sicher, dass es mehrere waren. Selbst, wenn es sich bei der Figur um einen Hohlkörper handeln sollte, könne dieser kaum von einer Person alleine getragen werden. In einer Mitteilung der Polizei war die Rede davon, dass die Figur 1,20 Meter groß gewesen sei. Dieser Angabe widerspricht Rekindt und nennt 1,80 Meter als tatsächliche Größe. Bei der Demontage sei das Grabmal beschädigt worden, die Diebe dürften mit Werkzeug und mit Gewalt vorgegangen sein, um ihrer Beute habhaft zu werden. Rekindt: „Es ist zu befürchten, dass diese Leute wissen, was sie tun.“

Der Leiter des Bauhofes kündigt an, dass man sich mit anderen Friedhofsverwaltungen über geeignete Maßnahmen gegen das kriminelle Tun beraten wolle. Eine Überwachung per Videokamera schließt er zum aktuellen Zeitpunkt aus, da es sich bei einem Friedhof um einen öffentlichen Raum handele. Die Stadt kündigte jedoch an, eben diese Option prüfen zu wollen. Andere potenzielle Möglichkeiten seien GPS-Ortungen und Bewegungsmelder, teilte das Büro des Bürgermeisters mit.

Die Täter scheinen bisher nur in Hilden aktiv zu sein. Ähnlich gelagerte Fälle in der Region seien nicht bekannt, teilt die Polizeisprecherin mit. Dass auf Friedhöfen geklaut wird, ist allerdings kein Novum: Im November vergangenen Jahres ging der Polizei ein in Ratingen gemeldetes Paar aus dem Balkan ins Netz, das einem Schrotthändler mehrere Gegenstände aus Kupfer verkaufen wollte, darunter Grableuchten und Friedhofsvasen. Die Tatverdächtigen im Alter von 23 und 21 Jahren stehen zudem im Verdacht, im vergangenen Jahr Kupferabdeckungen im Wert von 20 000 Euro von dem Dach eines Kindergartens abmontiert zu haben.

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