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Hilden: Das sind die besten Vorleser unserer Stadt

Hilden : Die besten Vorleser Hildens messen sich

Durch die Corona-Krise ist der diesjährige traditionelle Vorlesewettbewerb ausgefallen. Marina und Alexander Schorn haben aus diesem Grund einen digitalen Lesewettbewerb „Hilden liest“ ins Leben gerufen.

Zwölf Kinder sitzen mit jeweils einem Elternteil in der Stadtbücherei und sind gespannt. Sie alle haben am Lesewettbewerb „Hilden liest 2020“ teilgenommen und wissen, dass sie gewonnen haben – aber sie wissen noch nicht, welchen Preis. Denn alles ist anders in diesem Jahr. Corona bedingt wurden die öffentlichen Vorlesewettbewerbe des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels abgesagt. Das wollten Alexander und Marina Schorn jedoch nicht so stehen lassen. „Wir haben selbst einen Sohn, der sehr gerne liest“, erzählt Alexander Schorn, „und in diesem Jahr gab es keinen Wettbewerb, an dem er teilnehmen konnte. Da dachten wir, wir machen selbst einen.“

Damit möglichst viele Grundschulkinder teilnehmen konnten, musste der Wettbewerb digital erfolgen. „Wir hatten die Idee am 3. Mai“, erzählt Alexander Schorn, „und am 21. Mai waren wir online.“ Um so einen Wettbewerb durchzuführen, braucht es Unterstützung.

Die fand das Ehepaar Schorn in der Hildener Stadtbücherei. „Wir haben sehr herzlich gebeten“, sagt Marina Schorn, „und die Bücherei war sofort bereit.“ Dann kam die große Überraschung: es haben 120 Kinder mitgemacht. Damit hatten die Initiatoren nicht gerechnet und sind deshalb nur umso erfreuter. „Das war sehr spannend“, verrät Marina Schorn, denn alle Videos mussten natürlich begutachtet werden. „Das Handy lief heiß.“ Damit die Chancen gleich waren, bekamen die Kinder einen Text zugewiesen, der versiegelt war und sofort nach dem Öffnen vorgetragen werden musste. Jeder Jahrgang bekam seinen eigenen Text.

Nelly hat eine Geschichte über
ein Wildschwein vorgelesen

„Es war ein Text über ein Wildschwein“, erzählt Nelly Paul von der Wilhelm-Hüls-Schule, die einen dritten Platz in der Kategorie Klasse drei belegt hat. „Der Junge wollte Wildschweine sehen und hat mit dem Vater im Garten übernachtet. Nachts ist er aufgewacht und dachte, da seien Wildschweine, aber es war nur die Mutter, die den Schlüssel geholt hat.“ Das digitale Vorlesen hat Nelly Spaß gemacht. „Es ist besser, als wenn alle auf einen schauen“, meint sie, „das ist ein komisches Gefühl.“ Trotzdem waren manche auch dabei nervös.

So wie ihr Schulkollege Samuel Picciolo Coronado. „Ich war aufgeregt“, gibt er zu. Das hat dem Vorlesen aber nicht geschadet, denn auch er hat einen dritten Platz (Kategorie Klasse 1) gewonnen. Sein Bruder Noel sogar einen zweiten Platz in der Kategorie Klasse 3. „Ich fand das sehr spannend“, verrät Noel. „Man konnte nicht vorher üben und musste sich direkt anstrengen.“ Noel und Samuel lesen gerne. „Ich lese am liebsten Gregs Tagebuch und Harry Potter“, verrät Noel. Den Thalia-Gutschein, den alle Gewinner von der Stadtbücherei gesponsert bekamen, möchte er in ein neues Harry Potter-Buch investieren.

Die Thalia-Mitarbeiterin Maren Duchow war eines der acht Jury-Mitglieder. „Ich habe mir die Videos auf dem PC angesehen, da konnte man einen guten Eindruck bekommen“, erzählt sie. „Man konnte den Kindern gut zuhören und die Unterschiede feststellen.“ Für 120 Videos á vier Minuten braucht es eine ganze Weile. „Es war ein schönes Erlebnis“, sagt Duchow. Und manchmal ist ihr die Entscheidung nicht leichtgefallen. „Manche Videos musste ich mir zweimal ansehen.“ Die zwölf Gewinner würden in jedem Fall wieder mitmachen.