Chronischer Mitgliedermangel Warum Botschafter des DRK in Hilden ausschwärmen

Hilden · Das Deutsche Rote Kreuz ist eine der bekanntesten Hilfsorganisationen: Ihre Mitglieder retten Menschen in Not, unterstützen Benachteiligte und machen sich international für das humanitäre Völkerrecht stark. Doch dem DRK gehen die Mitglieder aus – auch in Hilden. Was dagegen getan wird.

 Geschäftsführer Jürgen Kuhn (Mitte in blau) mit den DRK-Botschaftern.

Geschäftsführer Jürgen Kuhn (Mitte in blau) mit den DRK-Botschaftern.

Foto: DRK Hilden/janine renters photography

. (alwi) Wie in vielen Städten hat auch das Deutsche Rote Kreuz in Hilden schon länger mit akutem Mitgliedermangel zu kämpfen. Um dem entgegenzuwirken, ziehen nächste Woche Botschafter des DRK in der Itter-Stadt von Haus zu Haus, um so aktiv um Mitglieder zu werben.

„Wir machen solche Botschafter-Aktionen regelmäßig – etwa alle zwei Jahre“, berichtet DRK-Geschäftsführer Jürgen Kuhn. Dabei sei zu beachten, dass die DRK-Botschafter bei ihrer Tätigkeit die typische DRK-Uniform tragen und außerdem ihre DRK-Ausweise mit sich führen. Wer also nächste Woche an einer Hildener Haustür klingelt und sich nicht als DRK-Mitglied ausweisen kann, stattdessen aber um eine angebliche Spende für die NGO bittet, sei abzuweisen.

„Die Botschafter fragen auch an der Tür erst mal ab, ob man nicht schon Mitglied ist oder vielleicht eins werden will. Es geht nicht ums Geld sammeln. Ganz im Gegenteil: Die Botschafter können gar keine Sach- oder Geldspenden annehmen“, so Kuhn. In Hilden gebe es zwar momentan 1400 DRK-Mitglieder, aber aus Sicht der Hilfsorganisation sind das definitiv zu wenige. “Akuten Mitgliedermangel haben wir immer“, sagt Kuhn, „aber in letzter Zeit hat sich die Situation natürlich verschärft.“ Das Problem sei, dass ältere Mitglieder aus verschiedenen Gründen – oft aber bedingt durch das eigene Lebensende – ausscheiden. Die jüngere Generation dagegen wäre sehr zögerlich, wenn es darum ginge, sich auf eine Mitgliedschaft festzulegen und Geld zu spenden. Das liege daran, dass besonders junge Leute oft selbst nicht viel Geld hätten und dies dann eben nicht zu Spendenzwecken abgeben wollen.

„Beim DRK kann man den Mitgliedsbeitrag aber selber festlegen. Man kann jährlich spenden oder monatlich. Aber die Höhe der Summe kann man individuell bestimmen. Man kann auch nur 3 Euro im Jahr spenden – das geht auch“, so Kuhn. Außerdem ist im wichtig, zu betonen, dass man eine Mitgliedschaft beim DRK- auch sehr schnell und unkompliziert beenden könne. „Da kann man einfach bei uns anrufen und sagen ‚Ich möchte das nicht mehr bezahlen‘ oder ‚Mein Mann ist gestorben, ich möchte unsere Mitgliedschaft gerne kündigen‘ und dann ist das kein Problem“, erklärt er.

Die DRK-Botschafter schwärmen nächste Woche übrigens zwischen 8 Uhr morgens und 18.30 Uhr abends aus. In dieser Zeit kann in Hilden also mit Hausbesuchen dieser Art gerechnet werden. Wer zwar nicht daheim ist, sich aber trotzdem für eine Mitgliedschaft beim Deutschen Roten Kreuz interessiert, kann gerne telefonisch unter der Rufnummer 02103 8494 Kontakt aufnehmen.

(alwi)