Heute beginnt der Haaner Sommer

Seit gestern stecken die etlichen Helfer mitten in den umfangreichen Aufbauarbeiten, zum Beispiel Sand harken.

Haan. Monika Christmann verschnauft einen Augenblick, stützt sich auf ihre Harke, wischt sich den Schweiß von der Stirn und zieht ihren Strohhut etwas tiefer ins Gesicht. „Puh, ganz schön heiß hier“, stöhnt sie, lächelt und harkt weiter den feinen Sand durch. „Aber der Haaner Sommer ist für Bürger von Bürgern, also müssen wir auch mit anpacken.“ Bereits im neunten Jahr hilft die Haanerin beim Aufbau mit. Wo Not am Mann ist, springt sie ein, genau wie die rund 30 anderen Helfer. Die Sonne knallt vom Himmel, nirgends ist Schatten, viele tragen Sonnenbrillen oder Hüte.

Der Aufbau der zwei weißen Spitzzelte ist mittlerweile fast geschafft, nun müssen noch die Seitenwände befestigt werden. „Ich mach mal einen Kaffee“, ruft Waltraud Lübker und läuft rüber zu ihrer Wohnung direkt am alten Markt. „Prima“ antwortet Jörg Preuß, der im dritten Jahr als Vorstandsvorsitzender des Haaner Sommers wie immer den größten Teil der Organisation übernimmt, die Pläne in der Hand zeigen ihm, wo was genau aufgebaut werden soll: Wo kommt die Bühne hin, wie groß ist der Kinderspielbereich, wie kommt auch der sechste Sandtransport problemlos zu seinem Ziel? Nils Küpper klopft ihm von hinten auf die Schulter. „Sollten die von der Veranstaltungstechnik nicht erst morgen kommen?“, fragt der stellvertretende Vorsitzen de und zeigt auf einen Transporter. Jörg Preuss signalisiert: alles gut, die Boxen sollen heute schon angeliefert werden. Dann sieht er den jungen Mann mit der Sprühflasche, der gerade bestimmte Stellen auf dem Boden grün markiert „Sprüh nicht so dick auf die Steine, das geht später kaum ab“, ruft er. Barbara Olbertz macht gerade eine kleine Pause und beobachtet von einer Bierbank aus das muntere Treiben. „Es ist einfach immer wieder schön zu sehen, was wir doch für eine wunderbare Gemeinschaft im Verein sind, wie wir alle gerne mit anpacken und doch unsere Laune behalten.“

Sie nimmt einen Schluck Wasser und zeigt auf den Tisch vor ihr: Brötchen, Kekse, Obst. „Wir fangen auch immer mit einem gemeinsamen Frühstück an“, erzählt die Initiatorin des Eine-Welt-Ladens an der Kaiserstraße, „das ist Ritual und gehört dazu. Für halb zwei haben wir Pizza bestellt.“ Ein Trupp junger Männer horcht auf, schaut auf die Uhr, freut sich offensichtlich auf die nahende Mittags- und Pausenzeit. Denn: der Aufbau ist anstrengend, steht unter Zeitdruck, spätestens zum ökumenischen Eröffnungsgottesdienst muss alles fertig sein. „Wir sind aber gut dabei“, resümiert Jörg Preuss. „Gleich wird die Bühne gemacht, dann haben wir den Aufbau fast fertig. Naja und der meiste Sand muss noch verteilt werden.“ Er deutet auf den hohen Berg. „Das sind rund 150 Tonnen, aber wir einen Helfer mit Trecker.“ Seit Februar laufen die Vorbereitungen für das Fest, das zum zwölften Mal eröffnet.