Helfer wollen bessere Organisation

Bürgermeisterin Warnecke sagte beim ersten Haaner Flüchtlingsgipfel im Forum St. Chrysanthus Unterstützung zu.

Haan. „Flüchtlingsgipfel“ nannte Pfarrer Dr. Reiner Nieswandt die von ihm organisierte Zusammenkunft aller Haaner Flüchtlingshelfer, der haupt- und ehrenamtlichen. Im Forum der katholischen Gemeinde St. Chrysanthus und Daria trafen sich darum etwa 80 Frauen und Männer, um sich über die gegenwärtige Flüchtlingshilfe in der Gartenstadt auszutauschen, neue Erkenntnisse zu gewinnen und vor allem, um sich weiter zu vernetzen.

Das Fazit des Abends war schließlich, die von vielen Besuchern ausgesprochene Forderung, die Tätigkeiten auf den verschiedenen Ebenen von Stadt, Caritas, Kirchen, THW, DRK und den Ehrenamtlichen zu koordinieren. „Die Stadt muss das in die Hand nehmen und eine Stelle dafür schaffen“, war die ausdrückliche Forderung. „Und wer fühlt sich dafür verantwortlich?“ war die Frage von Andreas Giesen, dem Moderator und Coach des Abends. Zusammen mit der Organisationsberaterin Dr. Barbara Kruse hatte er routiniert und gezielt durch den Abend geführt. Die Antwort auf die Frage des Moderators kam schnell und verblüffte die Gesprächsteilnehmer. Bürgermeisterin Dr. Bettina Warnecke, die den ganzen Abend an der Gesprächsrunde teilgenommen hatte, stand auf und verkündete, dass sie sich in Absprache mit der Caritas dafür einsetzen werde, dass bei der Stadtverwaltung eine solche Koordinationsstelle eingerichtet werde.

„Geben Sie mir ein bis zwei Wochen Zeit“, sagte Warnecke. Sehr wohl hatte sie verstanden, wie wertvoll die außergewöhnliche Arbeit der Haaner Ehrenamtlichen für die hiesigen Flüchtlingsgäste ist. Pfarrer Reiner Nieswandt forderte die Gesprächsrunde beim Abschluss-Plädoyer auf, einander „als Menschen“ zu begegnen.

Die Gefahr sei groß, dass die Stimmung bei den Bürgern kippen kann. Energiequellen müssen aufgebaut und Hilfe geleistet werden. Es helfe niemandem, wenn die Freiwilligen irgendwann „nicht mehr können“. Die Kleiderkammer im „Blauen Haus“ an der Martin Luther Straße ist inzwischen viel zu klein, die ehrenamtlichen Helfer berichten von großen logistischen Herausforderungen. Denn schließlich befinden sich Lager und Verkaufsraum an verschiedenen Stellen.

Die Helfer schleppen die Sachen ins Geschäft, versorgen die Flüchtlinge mit Winterkleidung und am Ende zahlen sie Knöllchen für die Überschreitung der Parkzeit. Besser wäre eine Zusammenführung von Lager und Verkaufsfläche, sind sich die Kleiderkammer-Damen alle einig.