Händler des Büchermarkts sind etwas unzufrieden

Händler des Büchermarkts sind etwas unzufrieden

Die Kunden suchen ausschließlich sehr Spezielles.

Hilden. Einmal im Jahr finden der Künstler- und der Büchermarkt gemeinsam statt. Dabei müssen die Literaturstände dann auf den Warringtonplatz ausweichen. Erleichtert wirkt die Passantin, die aus dem Hintereingang der Bismarkpassage kommt und mit flotten Schritten auf den Bücherstand von Bernd Henn zusteuert. „Ich dachte schon, der Büchermarkt würde ausfallen, ich bin die ganze Fußgängerzone auf- und abgelaufen und habe ihn dort gesucht.“ Der Händler nickt und füllt weiter eine Kiste mit Frauenromanen auf. „Da werden Sie nicht die Einzige sein“, seufzt der Remscheider, „hier ist ja heute fast gar nix los“. Dabei ist es nebenan, in der Fußgängerzone, brechend voll, die vielen Künstlerbuden sind gut besucht, die Sonne scheint, es ist warm.

„Was kosten die?“, fragt ein Mann, während er in einem John-Sinclairheft blättert. Als er „50 Cent“ als Antwort von Britta Henn erhält, legt er das Heft weg und geht weiter. „Am liebsten würden manche gar nichts bezahlen“, sagt die Verkäuferin und lacht. Ein anderer Kunde zeigt sich dagegen hochinteressiert an den Original Filmzeitschriften „Film Revue“ von 1954 und 1956 — die oberste Ausgabe zeigt auf dem Titel die junge Hildegard Knef. „Das sind ja echte Schätzchen“, schwärmt der Interessent.

An einem kleinen Stand bietet ein Essener Verkäufer ausschließlich richtig antiquare Ware an. „Hier“, er zeigt ein in eine Tüte verpacktes kleines braunes Büchlein, „das ist das Älteste, was ich heute dabei habe, von 1730. Aber bitte ganz vorsichtig anfassen, die Seiten könnten auseinanderfallen.“ Es ist vor allen Dingen Fachliteratur aus dem Handwerksbereich, die der Essener mitgebracht hat oder auch aus dem medizinischen Bereich. Einer der alten, vergilbten Schinken springt sofort ins Auge: „Kosmetische Operationen“ von 1932. Ein Blick in das Inhaltsverzeichnis zeigt: Ästhetik und Schönheit spielten schon damals eine Rolle. dani