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Haaner Wochenmarkt erlebt Renaissance

Haan : Besucher des Wochenmarktes in Haan glänzen mit Disziplin

Marktmeisterin und Marktbeschicker loben die friedliche und besonnene Art der Kunden auch mit Mund-Nasen-Schutz, den Kunden verpflichtend tragen müssen.

Seit einer Woche gilt in Nordrhein-Westfalen zum Schutz vor Corona-Viren die Maskenpflicht beim Einkaufen und im öffentlichen Personennahverkehr. Nun muss auch einen Mund-Nasen-Schutz tragen, wer in Haan auf den Wochenmarkt geht. Nach den ersten beiden Markttagen am vergangenen Mittwoch und am Samstag zeichnet sich dort trotzdem ein äußerst entspanntes Bild ab. „Die Menschen verhalten sich vorbildlich, die Lage ist friedlich“, sagt Marktmeisterin Susanne Ruf.

Metzger Rudolf Jacobs geht sogar noch einen Schritt weiter: „Das Verkaufen war für uns noch nie so angenehm wie jetzt. Die Kunden nehmen Rücksicht, stellen sich ordentlich an und sind alle sehr diszipliniert“, erzählt der Marktbeschicker, der seit fast 15 Jahren in Haan auf den Wochenmarkt kommt.

Verändert aber hat sich dennoch einiges, angefangen bei der geringeren Zahl der Händler: „Aktuell haben wir 15 bis 18 Stände, aber nur für Obst, Gemüse und Pflanzen“, erzählt Susanne Ruf. Für die fliegenden Händler und die Textilverkäufer sei im Moment wegen der Abstandsregeln kein Platz. Alle Stände müssen mindestens fünf Meter voneinander entfernt stehen, vielfach gibt es Spritzschutze oder Flatterband zur Markierung der Abstände und Wege. Die Stadtverwaltung hat Plakate und Handzettel für die Händler gedruckt, die sie mit den wichtigsten Informationen an den Ständen aushängen und den Kunden mitgeben können.

„Die Menschen kommen im Vergleich zu früher jetzt zeitiger auf den Markt, teilweise schon morgens um 6.30 Uhr, wenn die Stände gerade erst aufgebaut werden“, beobachtet Ruf. Der Vormittag sei hingegen ruhiger. Möglicherweise wollen die Kunden die Chance nutzen, in Ruhe und mit Abstand in aller Frühe einzukaufen.

Zu Verstößen oder Diskussionen über den Sinn und Zweck der neuen Maskenpflicht ist es laut Marktmeisterin bislang kaum gekommen. „Ich habe den einen oder anderen ohne Maske schon mal ermahnt. Aber alle waren sehr einsichtig. Hatten sie keinen Schutz dabei, habe ich ihnen eben einen gegeben“, erzählt Ruf.

Nur wenige der Kunden reagieren auch mal empfindlich

Rudolf Jacobs bestätigt den friedlichen Eindruck: „Die Menschen haben sich mit der Situation arrangiert.“ Es gebe solche, die damit sehr locker umgingen und andere, die schon mal empfindlich reagierten, wenn ihnen jemand zu nahe komme. Letztere aber seien klar in der ­Minderheit.

Auf Jacobs Wagen tragen die Mitarbeiter bereits seit Samstag vergangener Woche Masken. Künftig soll es für sie alternativ Schirmmasken aus Acrylglas geben, weil das Atmen darunter einfacher als unter Stoff ist. Auf seinem Verkaufswagen arbeiten auf einer Breite von sechs Metern derzeit nur vier Verkäufer, um 1,50 Meter Abstand einzuhalten. So können sich die Kunden in Schlangen mit demselben Abstand vor den einzelnen Verkäufern einreihen.

Um die Sicherheit noch ein wenig höher zu schrauben, bietet Jacobs mittlerweile auch auf dem Markt eine bargeldlose Bezahlung an. „Das nehmen die Kunden sehr gut an“, berichtet der Metzger. Insgesamt erlebt er gerade eine Art Renaissance des Marktes mit steigenden Umsätzen. „Die Menschen bevorzugen die Regionalität der Ware, die zudem auch noch selber produziert wird. Außerdem bewegen sie sich auf dem Markt an der frischen Luft und gerade jetzt in der Corona-Zeit nicht in engen, klimatisierten Räumen“, erklärt er sich das Wachstum. Selbst auf diejenigen, die spontan auf dem Markt einkaufen wollen, aber gerade keine Maske dabei haben, sind die Händler übrigens vorbereitet: Marktmeisterin Susanne Ruf hat den Verkäufern für den Notfall Masken zur Verfügung gestellt, die sie den Kunden überlassen ­können.