Haan : Haaner Geschäfte dienen als Galerie

Vereinsmitglieder von Kunst in der Stadt Haan haben wieder ihre Werke in den einzelnen Läden ausgestellt. Motto: „Vorsicht Kunst“.

Neue und alte Freunde und Mitglieder des Vereins Kunst in der Stadt Haan haben viele Einzelhandelsgeschäfte in Haan und Gruiten wieder in eine Kunstgalerie verwandelt. Seit dem 28. September und bis zum 13. Oktober zeigen 45 Künstler insgesamt 58 ihrer neuesten Werke. Das Motto der Veranstaltung ist „Vorsicht Kunst“. Die Vielfalt ist verblüffend. Kunstvereinsvorsitzender Peter Püschel eröffnete den 13. Kunstherbst am Samstagmittag traditionell in der Marktpassage mit Musik und einem guten Tropfen Weißwein. Für die ausstellenden Künstler ist es selbstverständlich, diesem Ereignis beizuwohnen. Zudem erklären sie ihre Kunstwerke gerne. Doris Koch zum Beispiel zeigt ihr Bild „Ohne Titel“ im Eiscafé Amarena. Caféhaus-Betreiber Koufogiorgos Georgios hat eine Wand für das Bild zur Verfügung gestellt.

Künstlerin ist überrascht,
was bei ihrem Werk rauskommt

„Ich male immer mit Herz“, sagt Doris Koch. „Das Abstrakte entspricht meinem Naturell“. Immer spontan male sie. Was dann später aus dem Kunstwerk wird, weiß sie zu Beginn noch nicht. Ganz anders arbeitet die größer werdende Zahl von Fotografen. Neu im Ausstellerkeis ist zum Beispiel Margret Raddatz. Ihr fotografiertes Fragment eines Baumblattes besticht durch die Wiedergabe der Naturschönheit (Hörgeräte Aumann). Und wenn Gerda-Maria Schmidt ein tanzendes Paar fotografiert, dann wurde das Drumherum mit den professionellen Tänzern in einer Leverkusener Tanzschule genauestens durchgestylt und vorbereitet (Haaner Bücherstube). Und der Löwe von Heiko Tieves, fotografiert im Stuttgarter Zoo Wilhelma, brauchte für diesen Moment genau das richtige Licht (Fotostudio Meyerhenke). Der Künstlersenior Alfred Kruchen stellt gleich an drei verschiedenen Stellen ganz unterschiedliche Kunstwerke aus, von schwarz-weiß bis kunterbunt (Optik Kreuz, Braukmann, Gruiten, Reinigung Alda). Heike Lambertz, die Erfolgreiche, zeigt wieder einmal ein Portrait – vermutlich eine Kunstfigur – plakativ und beeindruckend (Friseursalon Janine Wimmer). Wenn Sabine Marie Schilling von ihren Japan-Erlebnissen berichtet, dann erst kann man ihr Bild (Tamaris) verstehen. Schließlich handelt es sich um ein Tattoo, das sie bei einem sehr seriösen Tokioter Anzugträger am Unterarm gesehen hat. In Gruiten sind die Künstler in sechs Geschäften rund um die Bahnhofstraße und zwei außerhalb zu sehen. Bei der offiziellen Kunstherbst-Eröffnung war natürlich auch der Kunstwerk-Umzug des Werkes „Wasserfall“ vom Uta Majmudar vom Alten Markt auf die Wasserinsel im Schillerpark die Rede. Da die Angelegenheit beschlossene Sache ist, schienen sich alle Beteiligten mit dem neuen Standort angefreundet zu haben.

Bürgermeisterin Bettina Warnecke eröffnete den Kunstherbst offiziell. Sie bewundere den Ideenreichtum. Ihr selbst würden manche Motive nie einfallen. Dafür hat sie die Idee zum Gruitener Obstgarten mit 100 verschiedenen Bäumen
gehabt.

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