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Haan will „kinderfreundliche Stadt“ werden

Zertifikat : Haan plant Antrag als „kinderfreundliche Kommune“

Die Stadt will die Aufnahme in das Programm „Kinderfreundliche Kommune“ beantragen, sofern die Politik zustimmt. Die Aktion läuft unter dem Dach der „Child Friendly Cities Initiative“ des Kinderhilfswerks Unicef.

(peco) Haan ist kinderfreundlich: Davon ist zumindest die Stadtverwaltung felsenfest überzeugt. „Die sehr gute Versorgung in der Kindertagesbetreuung, der hohe Stellenwert von Kinderparlament und Jugendparlament, das lebendige Angebot der Jugendförderung, die Entwicklung der Spielflächen und Jugendorte und vieles mehr machen Haan zu einer kinderfreundlichen Stadt“, heißt es in einer Sitzungsvorlage für den Jugendhilfeausschuss, der am Donnerstag, 23. September, tagt.

Das will sich die Gartenstadt jetzt bescheinigen lassen und die Aufnahme in das Programm „Kinderfreundliche Kommune“ beantragen, sofern die Politik zustimmt. Die Aktion unter dem Dach der „Child Friendly Cities Initiative“ von Unicef will die UN-Kinderrechtskonvention konsequent in Städten und Gemeinden umsetzen. Wer in das Programm aufgenommen wird, macht zunächst zusammen mit Sachverständigen des Vereins eine Bestandsaufnahme zu den Lebensbedingungen von Kindern und Jugendlichen in seiner Kommune, einerseits durch eine umfangreiche Analyse aller Bereiche der Verwaltung, andererseits durch groß angelegte Beteiligungsprojekte mit Kindern und Jugendlichen.

 So sieht das Unicef-Logo für die kinderfreundliche Stadt aus.
So sieht das Unicef-Logo für die kinderfreundliche Stadt aus. Foto: Unicef

Auf dieser Grundlage fußt das Herzstück des Programms, ein Aktionsplan, der konkrete Maßnahmen zur Umsetzung der Kinderrechte, Zeitpläne, Verantwortlichkeiten und die Finanzierung festlegt und vom Stadtrat beschlossen wird. Von der Aufnahme ins Programm bis zur Erteilung des Siegels „kinderfreundliche Kommune“ vergehe ungefähr ein Jahr, teilt die Stadt mit.

Das Siegel gilt für drei Jahre, in denen der Aktionsplan umgesetzt werden muss. Es kann um weitere drei Jahre verlängert werden, aber nur, wenn ein weiterer Aktionsplan erstellt wird, der an den vorangegangenen anknüpft.

„Vieles, was zur Erteilung des Siegels gefordert wird, existiert bereits in Haan“, heißt es in der Beschlussvorlage. Darüber hinaus schreibe das Programm Kinderfreundlichkeit auch als verbindliche Querschnittsaufgabe für die gesamte Stadt fest und schaffe so verbindliche Strukturen.

Kommunen, die das Siegel bereits tragen, sprechen von deutlichen Vorteilen – dazu gehören Großstädte wie Köln und Stuttgart, aber auch kleine Kommunen mit rund 14.000 Einwohnern. Kinderfreundlichkeit wird als Standortfaktor und wachstumsfördernd beschrieben, insgesamt sei eine Verbesserung des Klimas auch zwischen den Generationen erkennbar. Voraussetzung bei der Bewerbung um die Aufnahme ist, dass die Verwaltung eine halbe Stelle schafft, die ausschließlich mit der Koordinierung des Programms betraut ist. Die Aufgaben dürfen nicht an eine bestehende Stelle angedockt und nicht mit anderen Aufgaben kombiniert werden.

Abgesehen von dieser halben Stelle gilt der finanzielle Aufwand als überschaubar: 6000 Euro jährlich werden für den Mitgliedsbeitrag in den ersten drei Jahren fällig, jeweils weitere 3000 für den Mitgliedsbeitrag in den darauffolgenden drei Jahren.