Seniorenarbeit : Haan fördert das Zwar-Netzwerk

Der Stadtrat fordert den Erhalt der Zentralstelle für Seniorenarbeit in der Gartenstadt.

Der Rat der Stadt Haan hat NRW-Arbeits- und Sozialminister Karl-Josef Laumann (CDU) und die Landesregierung aufgefordert, „die vorgesehene Einstellung der Fördermittel für die Zwar-Zentralstelle nicht vorzunehmen“. So lautet der Text einer Resolution, die von allen politischen Gruppierungen mitgetragen wurde. Die SPD, die den Antrag gestellt hatte, hatte den Vorstoß für die Zentralstelle Zwischen Arbeit und Ruhestand zuvor ausgiebig schriftlich begründet.

Wörtlich heißt es da unter anderem: „Seit einem halben Jahr haben Verwaltung und Seniorenbeirat unter Federführung der Zwar-Zentralstelle mit der seniorengerechten Quartiersentwicklung in Haan in zwei von insgesamt vier Quartieren begonnen. Dafür wurden erstmals 19 000 Euro in den Haushaltsetat 2019 eingestellt.”

Rund ein Drittel der
Bevölkerung ist über 60 Jahre alt

Zwei Quartiere sollen demnach Ende 2019 beziehungsweise kommendes Jahr folgen. „Ohne die Einbindung der jahrzehntelangen Erfahrungen mit ähnlichen Vorhaben in anderen Kommunen könnte dies in Haan nicht geleistet werden”, argumentieren die Sozialdemokraten weiter. Eine vergleichbare Dienstleistung gebe es auch nicht bei sonstigen Beratungsfirmen. Die Einstellung der Fördermittel hätte entweder zur Folge, „dass die Stadt Haan erheblichen Mehrbedarf an Haushaltsmitteln aufwenden” oder sogar die Maßnahmen einstellen müsse: „Bei knapp 31 000 Einwohnern sind rund ein Drittel der Bevölkerung 60 Jahre und älter.

Die durchgeführte Hochaltrigenbefragung des Seniorenbeirats hat als erste und einzige Befragung nicht nur in NRW Aufmerksamkeit erregt. Sie hat auch die Notwendigkeit von seniorengerechter Quartiersarbeit gezeigT”, heißt es. Haan ist nicht die einzige Kommune die sich für die weitere Förderung der Zentralstelle stark macht: Entsprechende Resolutionen gab es überall im Land – in der näheren Umgebung unter anderem in Langenfeld und Hilden. Die Zwar-Stelle habe eine wichtige Rolle bei der Quartiersentwicklung, betonte Hildens Sozialdezernent Sönke Eichner seinerzeit: „ZWAR berät Kommunen und ist ein hochprofessioneller Partner mit geringem Tagessatz.” Die Stelle leiste einen wertvollen Beitrag für Kommunen.“

Vor einem Jahr hatte das NRW-Sozialmisterium mitgeteilt, dass die in Dortmund mit zurzeit neun MItarbeitern ansässige Zentralstelle Ende 2019 geschlossen werden soll. Das Ministerium argumentiert damit, dass seit dem Start der Zwar-Stelle vor 40 Jahren nur etwas mehr als 200 Gruppen in 70 NRW-Städten entstanden seien und dass Initiativen für ein gutes Zusammenleben in den Wohnvierteln eine kommunale Pflichtaufgabe sei.

Mehr von Westdeutsche Zeitung