Haan hat neuen Wirtschaftsförderer

Jürgen Simon ist vom Rat einstimmig als Leiter gewählt worden. Der übliche Einkaufssonntag zum Brunnenfest fällt in diesem Jahr aus.

Haan. Er ist ein Bekannter im Haaner Rathaus: Jürgen Simon arbeitet seit 2008 in der Verwaltung und hat bis Ende Februar die Stabstelle Wirtschaftsförderung, Kultur und Tourismus stellvertretend geleitet. Nachdem bekannt wurde, dass Leiter Elmar Jünnemann zum 1. Januar nach Solingen wechselt, wurde nach einem Nachfolger gesucht. „Es gingen rund 30 Bewerbungen ein, wir haben sechs Bewerber eingeladen“, verrät Bürgermeisterin Bettina Warnecke. Bald schon wurde ermittelt, dass Jürgen Simon für diese Stelle genau der Richtige ist. „Er hat nicht nur das nötige Fachwissen, sondern auch einen leicht schrägen Humor“, meint Warnecke.

Und Humor braucht es sicher, um mit all den Herausforderungen fertig zu werden. Die erste Herausforderung für den 51-jährigen Familienvater besteht darin, dass er zunächst für zwei arbeiten muss, da noch kein Stellvertreter eingestellt wurde. „Wir werden die Stelle in Kürze ausschreiben“, verspricht Bürgermeisterin Warnecke.

Hat sich Simon bisher vor allem um die Sparten Handel, Dienstleistung und Innenstadt gekümmert, weitet sich nun sein Tätigkeitsfeld auch auf Großprojekte wie den Technologiepark aus.

Dort konnte bereits eine Fläche von 32 000 Quadratmetern an die Firma Aperam verkauft werden. „Eine Fläche von 30 000 Quadratmetern daneben ist reserviert für ein Unternehmen der Stanz- und Umformtechnik“, verrät Jürgen Simon. Beinahe täglich kämen neue Anfragen von interessierten Unternehmen, die jedoch nicht alle den gesetzten Ansprüchen entsprächen. „Wir vermarkten nur an Unternehmen, die ihren Firmensitz in Haan haben und hier auch versteuern“, betont Simon: „Wir wollen keine Speditionen, keine Recyclingbetriebe.“ Der zweite Bauabschnitt des Technologieparks steht nun an. „Der Auftrag ist erteilt“, so Simon, „die Bagger sind im Anmarsch.“ Zügig soll der Technologiepark umgesetzt werden — und Schnelligkeit ist etwas, das die Wirtschaftsförderung Haan auszeichnet. „Das spricht sich bereits in den Nachbarstädten herum“, weiß Simon. Was die Innenstadt betrifft, zeigt sich Jürgen Simon sehr zufrieden. „Sie ist in einem guten Zustand“, meint er, „die Leerstände sind fast vollständig behoben.“

Anders sieht es mit der Planung der verkaufsoffenen Sonntage aus. „Hier liegen noch keine Anträge vor“, sagt Simon. Das liegt aber vor allem an der unklaren Gesetzeslage derzeit. „Ich denke, wenn hier Klarheit herrscht, werden auch bald die Termine für die Sonntage vorliegen“, ist sich der neue Leiter der Stabstelle sicher. Eines steht in jedem Fall fest — der Einkaufssonntag zum Brunnenfest wird in diesem Jahr ausfallen.

„Das Windhövel-Projekt ist tot“ — auch für Jürgen Simon. „Wir haben uns für das Grundstück das Vorkaufsrecht gesichert“: Mehr verrät Bürgermeisterin Bettina Warnecke zu den weiteren Plänen nicht. Dafür habe die Stadt Haan bereits Rücklagen gebildet. Nun möchte sich Jürgen Simon auch um die Bestandspflege kümmern. „Es stehen etliche Unternehmensbesuche an“, berichtet er. Und was tut Jürgen Simon, wenn er nicht gerrade in Sachen Wirtschaftsförderung unterwegs ist? „Freunde, Garten, Sport“, gibt Jürgen Simon im Telegrammstil Auskunft.

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