Sechs Verhaltenstipps Warum jetzt vermehrt Füchse auftauchen

Haan · Momentan bekommen viele Gruitener Gärten verstärkt Fuchsbesuch. Dabei werden die Tiere anscheinend immer waghalsiger. Warum das so ist, wann Gefahr besteht und wie man sich die unliebsamen Gäste vom Leib hält, erklärt ein Haaner Experte.

 Egal ob in Berlin oder in Gruiten – Füchse wagen sich auf der Nahrungssuche auch immer öfter dorthin, wo Menschen leben. Gerade jetzt können sie vermehrt in Gärten auftauchen.

Egal ob in Berlin oder in Gruiten – Füchse wagen sich auf der Nahrungssuche auch immer öfter dorthin, wo Menschen leben. Gerade jetzt können sie vermehrt in Gärten auftauchen.

Foto: dpa/Bernd von Jutrczenka

In Gruiten werden immer wieder Füchse gesichtet. In den sozialen Medien scheiden sich die Geister daran, wie man mit den Tieren umgehen soll: Die einen fürchten sich und pochen auf eine sofortige Erschießung, andere wollen die Tiere sogar füttern. Doch wie geht man richtig mit einem Fuchs um? Die Antworten kennt Karl-August Niepenberg – seines Zeichens Jäger – aus Haan.

Fuchskot gehört in die Tonne

Dass Fuchskot, genau wie der Kot eines jeden anderen Tieres, Krankheitserreger und Parasiten enthalten kann, ist vermutlich klar. Umso wichtiger ist, dass man sich um die zeitnahe Beseitigung kümmert, sollte man welchen auf der Terrasse oder im Garten finden. Besonders wenn Tiere und Kinder im Haushalt leben, ist das sehr wichtig. Denn die könnten sich aus Neugierde mit dem Fuchsbandwurm anstecken – welcher auch für Menschen sehr gefährlich werden kann. „Den Kot richtig zu entsorgen ist ganz leicht. Man besorgt sich einfach diese Tüten, die auch alle Hundehalter haben sollten, stülpt sie über die Hand und greift damit die Losung. Dann kommt das Ganze natürlich in den Müll“, erklärt Niepenberg. Wer im heimischen Garten Kräuter oder Ähnliches anbaut, sollte außerdem die Pflanzen vor dem Verzehr sehr gründlich waschen und am besten noch hoch erhitzen – nur für den Fall.

Fuchsjunge in Ruhe lassen

Momentan sind deshalb verstärkt Füchse in den Gruitener Gärten unterwegs, weil die Fähen (Fuchsweibchen) vor nicht allzu langer Zeit geworfen haben. Für sie geht es jetzt darum, ihren Nachwuchs mit ausreichend Futter zu versorgen. Da sie bei ihren nächtlichen Beutezügen nicht mehr genug Futter finden, wagen sie sich auch tagsüber in die Gärten. Schon bald wird es nach Einschätzung des Experten so weit sein, dass sich auch die Jungtiere alleine auf Wanderschaft begeben. Dabei könne es gut sein, dass sie sich verlaufen und der ein oder andere Gruitener einen scheinbar verwaisten Fuchswelpen im Garten findet. Laut Niepenberg gilt aber: „Einfach in Ruhe lassen. Bloß nicht anfassen. Die Eltern kommen die Welpen dann nachts abholen.“ Wenn man allerdings beobachtet, dass der Welpe mehrere Tage im Garten bleibt und offensichtlich niemand das Kind abholen kommt, dann könne es sein, dass die Fähe totgefahren wurde. In diesem Fall kann man sich an den Wildtierhilfe und -schutz in Dormagen, das nächstgelegene Mitglied des Fuchshilfenetzwerkes, wenden (Telefonnummer 0172 93 43 646).

Füchse nicht füttern

„Ein Kuschelkurs ist bei Füchsen unangebracht. Das sind Wildtiere, und als solche sollen sie auch erhalten bleiben“, so Niepenberg. Wer sie füttert, schadet damit der Natur, denn damit lockt man auch ungebetene Mitesser, wie zum Beispiel Waschbären, an. „Die sind als invasive Art hochgefährlich für die heimische Singvogelwelt“, erinnert Niepenberg.

Verantwortung für Haustiere

Wenn es um Füchse geht, sorgen sich einige Gruitener um ihre Haus- oder Nutztiere – und das absolut zu Recht, wie der Experte bestätigt. Es gebe zwar keine Hinweise, dass die Füchse aktuell mit Staupe oder Tollwut belastet sind. „Es gibt aber einen latenten Fuchsbandwurm, und der ist sehr gefährlich“, so Niepenberg. Trotzdem sei es die oberste Priorität aller Hundehalter, ihre Tiere gegen Tollwut und Staupe zu impfen. Niepenberg ist sich sicher: „Das ist immer noch der beste Schutz.“ Aber auch die Halter anderer Tiere haben eine Verantwortung, wenn es um Füchse geht: Katzen sollten nicht auf der Terrasse gefüttert werden, um Füchse nicht zusätzlich anzulocken. Und auch Kaninchenhalter sollten sich nicht allein auf das Gehege verlassen. „Neulich hat sich hier ein Fuchs unter einem beschwerten und eigentlich sicheren Käfig durchgewühlt.“

Vergiften ist ein No-Go

Niepenberg ist es wichtig, daran zu erinnern, dass es verboten ist, Füchse zu vergiften. Wer sich die unliebsamen Besucher vom Leib halten will, sollte eher auf akustische Geräte setzen, wie man sie auch für Marder und Ratten verwendet. Auch Lampen mit Zeitschaltuhr können dabei helfen, Füchse nachts aus dem Garten zu verscheuchen.

Füchse niemals streicheln

Das klingt relativ offensichtlich, ist es aber offenbar nicht. „Wenn Füchse den Kontakt zum Menschen suchen, ist bereits Gefahr im Verzug. Das tun die eigentlich nur, wenn sie krank sind und zum Beispiel die Staupe haben“, sagt Niepenberg. Auch die berüchtigte Tollwut und andere unschöne Erkrankungen können Füchse dazu verleiten, unnatürlich zutraulich zu werden.

(alwi)
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