Eröffnung in Haan Die Skateanlage soll nur ein Anfang sein

Haan · Nach Jahren der Diskussion und Planung und dank großzügiger Spenden wurde endlich die frisch renovierte Skateanlage an der Landstraße eröffnet. Mit dem Ergebnis sind Kinder und Jugendliche erst einmal zufrieden. Doch im Standort schlummert deutlich mehr Entwicklungspotenzial.

 Die Skateanlage an der Landstraße in Haan ist bei jungen Menschen sehr beliebt.

Die Skateanlage an der Landstraße in Haan ist bei jungen Menschen sehr beliebt.

Foto: Matzerath, Ralph (rm-)

Die ersten Abriebspuren auf den neuen Elementen sind bereits zu sehen, Bremswege auf dem hochwertigen, mit großen Blumen besprühten Asphaltboden gezeichnet. Obwohl die neue Skateanlage an der Landstraße erst diese Woche offiziell von Dezernentin Annette Herz und Projektleiter Jens Gabe, im Beisein einiger Lokalpolitiker, Sponsoren sowie Kinder und Jugendlichen eröffnet wurde, ist das Gelände bereits seit Ende letzten Jahres zugänglich. Vor Weihnachten schon wurden die Bauzäune nach einer Tüv-Prüfung entfernt, sodass die besonders ambitionierten Skater und Fahrer längst Gelegenheit hatten, den neu gestalteten Jugend-Ort Landstraße in Beschlag zu nehmen.

Der „Picknick-Tisch“ scheint besonders beliebt zu sein

Und offenkundig wird die Anlage gut genutzt, wie Jens Gabe jetzt bei der offiziellen Eröffnung vor Ort erkennen konnte. Besonders beliebt zu sein scheint der neue „Picnic Table“, ein niedriges Element, das tatsächlich wie ein Picknick-Tisch mit Bänken aussieht und sich vor allem für Anfänger eignet. Hier zeigen sich schon jetzt die meisten Abriebspuren, ebenso wie an der neuen Skatebox mit Stufen. Auch die Rampe ist offensichtlich beliebt.

Das wiederum freut Gabe, der sich für die Ausstattung von Jugendhilfeplaner Philipp Strompen beraten ließ. Denn einfach war es nicht, mit den begrenzten finanziellen Mitten eine attraktive Anlage für Kinder und Jugendliche zu erstellen. „Normalerweise kosten gute Anlagen zwischen 150 000 und 300 000 Euro“, stellte Gabe klar. Ihm standen insgesamt 40 000 Euro zur Verfügung, zur Hälfte bereitgestellt aus städtischen Mitteln, zur anderen Hälfte dank großzügiger Spenden durch die Haaner Felsenquelle sowie der Haaner Jugendförderung Karin und Gerhard Schmitz Stiftung.

Entstanden ist dennoch eine ansehnliche und hochwertige kleine Anlage: Neben den kleineren und größeren Elementen besteht der neue Platz aus einer glatten Faserbetondecke mit ausgezeichneten Fahreigenschaften für Skater, die zudem im Sommer nicht aufheizt, einfach zu reinigen und wartungsarm ist. Optisch ansprechende Sitzgelegenheiten säumen den Platz, der darüber hinaus mit neuen Solarleuchten ausgestattet ist.

Gabe machte deutlich, dass die neue Skateanlage „nur eine Briefmarke in einer großen Anlage“ sei. Gleich nebenan schlummere im verwilderten Bolzplatz etwa weiteres Entwicklungspotenzial. Hier hätten in der Vergangenheit wohl auch Fitnessgeräte gestanden. Übrig geblieben sei nur noch ein Basketballkorb, der noch nutzbar sei.

Das Entwicklungspotenzial sahen auch Vertreter des Haaner Jugendparlaments, die bei der Eröffnung dabei waren. Schon ihre Vorgänger regten vor über vier Jahren an, die Skateanlage zu erneuern, stellten erste Anträge. Die Skateanlage habe praktisch drei Jugendparlamente beschäftigt. Sie jetzt endlich fertig zu sehen, sei schon eine Erleichterung, urteilten JuPa-Vorsitzender Henrik Giebels und seine Stellvertreterin Emilia Zambon. „Es ist ein guter Anfang, dass man als Jugendliche einen Ort hat, um sich aufzuhalten“, urteilte Zambon. Obwohl sie bemerkte, dass bei der Planung der Sonnenschutz vergessen wurde. An sich, sagte auch Giebels, seien die Jungparlamentarier zufrieden mit der Anlage, die nach vielen Jahren wieder nutzbar sei. „Doch der Bedarf ist größer, auch noch zentraler in der Stadt Jugendorte einzurichten.“ Verbesserungspotenzial sehen die Jugendlichen in der Anbindung. „Es gibt nur einen einzigen Bus, der hier hinfährt“, berichtete Zambon.

Kinderparlament wertet Anlage als „große Errungenschaft“

Madita (10) vom Kinderparlament bewertete die neue Anlage positiv. Ihr gefalle vor allem die Rampe. Sie wohne im Umfeld und habe keine Schwierigkeiten mit der Anfahrt. Auch die Eltern sahen darin kein Problem. „Über den Radweg kommt man gut hierhin.“ Für Sarah Wendel, Koordinatorin des Kinderparlaments – das Gremium beschäftigte sich ebenfalls lange mit der Anlage – ist die Fertigstellung eine große Errungenschaft. „Ich finde, sie ist gut geworden und gut gelegen, auch für Kinder aus Gruiten.“

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