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Haan: 64-Jährige stirbt nach Messerstichen

Großeinsatz in Haan : Nach tödlichen Messerstichen: 45-Jähriger Tatverdächtiger festgenommen

In einem Mehrfamilienhaus an der Alleestraße in Haan ist Freitagnachmittag eine 64-jährige Frau durch Messerstiche getötet, die Mutter des Opfers lebensgefährlich verletzt worden. Am Abend nimmt die Polizei einen 45-jährigen Tatverdächtigen fest.

Nach Erkenntnissen der Mordkommission steht der festgenommene Haaner unter dem dringenden Verdacht, seine ehemalige Lebensgefährtin und deren Mutter nach einem Streit mit einem spitzen Gegenstand angegriffen zu haben. Dabei war die 64-Jährige ums Leben gekommen, die 84-Jährige wird weiter in einem Krankenhaus behandelt, in das sie mit lebensgefährlichen Verletzungen per Rettungshubschrauber eingeliefert worden war.

Zu der Festnahme kam es am frühen Freitagabend durch einen Hinweis der Hildener Feuerwehr. Gegen 18.40 Uhr hatten die Rettungskräfte im Bereich des Hildener Rathauses eine hilflose und augenscheinlich stark alkoholisierte Person aufgegriffen und zur Behandlung ins Krankenhaus gebracht. Von dort war die Polizei alarmiert worden.

Hintergründe und Motiv sind noch unklar

Polizeibeamte nahmen den Mann nach seiner Behandlung im Hospital fest und brachten ihn zur Polizeiwache nach Mettmann. Dort liefen die weiteren polizeilichen Maßnahmen. Die Hintergründe der Tat sowie die Motivlage des mutmaßlichen Täters sind noch unklar und Gegenstand der nach wie vor andauernden Ermittlungen der Mordkommission unter Leitung des Polizeipräsidiums Düsseldorf

Das war geschehen: Gegen 16.10 Uhr hatten Angehörige die beiden Frauen in der Wohnung in dem Mehrfamilienhaus aufgefunden und die Polizei sowie die Rettungskräfte alarmiert. Die schwerverletzte Seniorin wurde am Nachmittag von Rettungskräften geborgen und zum gelben ADAC-Rettungs-Hubschrauber gebracht, der am Haaner Krankenhaus gelandet war. Während am Nachmittag die Alleestraße zwischen den Einmündungen Friedhofstraße und Robert-Koch-Straße wegen der vielen Einsatzfahrzeuge von Polizei, Rettungsdienst und eingesetzten Notärzten nicht passierbar war, ist am Abend alles frei. Auf einer Bushaltestelle stehen ein Streifenwagen und ein größerer ziviler Transporter der Polizei. Die Beamten haben mit Flatterband den gesamten Bereich vor den Häusern Alleestraße 11 (Tatort), dem Haus Alleestraße 11a und 11b abgesperrt. Die Haustüren von Nr. 11 und 11b sind offen. Vor 11b stehen zwei uniformierte Polizisten. Gegenüber sitzen drei Fotografen auf einer Grundstücksmauer. An der Zufahrt zu den Häusern Alleestraße 13 und 15 stehen zwei junge Männer, unterhalten sich. Der eine erzählt, er wohne in Haus 11b und sei von der Polizei benachrichtigt worden, dass jetzt die Tür zur Nachbarwohnung geöffnet werden müsse. Der Bewohner sei nicht zu Hause gewesen. Sei eigentlich nie in seiner Wohnung. „Nur, wenn er sich wohl mit der Freundin gestritten hat.“ Der zweite junge Mann merkt – hörbar erschüttert – an: „So etwas passt nicht in einer kleinen Stadt wie Haan!“

Auf einem Balkon in der ersten Etage des Hauses Nr 11b spricht ein Mann mit einem Bewohner der darüber gelegenen Wohnung. Es geht um die Ereignisse im Nachbarhaus. „84 Jahre...“, ist unten zu hören. Und „...total krass!“. Dann gehen beide wieder in die angrenzenden Zimmer.