Gymnasium wird Bürgern zu groß

Anwohner des geplanten Schulneubaus kritisieren die Höhe und die Nähe zu ihren Grundstücken.

Gymnasium wird Bürgern zu groß
Foto: Ralph Matzerath

Der Garten von Bernward und Regine Schröteler ist eine wahre Oase. Der dichte, sattgrüne Rasen ist bestens gepflegt, Schneeball und Hortensien haben üppige Blütendolden gebildet — ein wahrer Blickfang. Bernward Schröteler marschiert über den Rasen zu einer Baumreihe, die auf dem Nachbargrundstück steht. Sie bildet zurzeit noch einen dichten Blickschutz zum alten Haaner Gymnasium.

Doch wenn das neu gebaut wird, soll dem Willen der Stadtverwaltung zufolge nicht nur die Baumreihe entfernt werden, hat Schröteler erfahren.

Der Neubau würde auch noch wesentlich näher an sein Grundstück heranrücken und mit seinen fünf Stockwerken die Höhe seines eigenen Dachfirstes übersteigen. „So hoch würde das neue Gymnasium“, sagt Schröteler und deutet auf einen Baumwipfel. Wer zu ihm hinauf sehen will, muss den Kopf in den Nacken legen. Gegen die Neubaupläne des Gymnasiums hegen die Anwohner der Adlerstraße Bedenken.

Das künftige Hauptgebäude soll dort stehen, wo zurzeit noch die Aula ist — allerdings in Form eines Rechtecks mit einer weitaus größeren Grundfläche. Die kurze Seite des Rechtecks verliefe parallel zur Adlerstraße, die lange parallel zum Garten des Ehepaars Schröteler.

Mit fünf Stockwerken würde das neue Gebäude um zwei Etagen höher als das alte. Die größere Flächenbelegung könnte zudem zu Lasten von Parkplätzen gehen, fürchten die Bürger. „Wir wollen nicht den Neubau verhindern. Wir begrüßen das neue Gymnasium“, betonen Schröteler und sein Nachbar Wolfgang Baltscheit. Doch sie zweifeln an, ob die Pläne der Stadt auch aus Sicht der Anwohner gut durchdacht sind. Warum eine so große Nutzfläche für ein vierzügiges Gymnasium, wo es doch zurzeit auch Überlegungen zur Einrichtung einer Gesamtschule an der Walder Straße inklusive Sekundarstufe II gibt? Braucht das Gymnasium dann überhaupt noch so viel Platz? Die Bauplanung will zudem während der Bauarbeiten den laufenden Schulbetrieb gewährleisten. Nur deshalb würde an Stelle der Aula ein so großer „Klotz“ geplant, damit die Schüler noch in den beiden anderen, alten Gebäuden bleiben können. Sie sollen dann abgerissen werden, wenn der Neubaukomplex steht.