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Geschäfte stehen in Hilden meist nur kurz leer

Hilden : Leerstände sind oft nur von kurzer Dauer

Die Hildener City ist derzeit im Wandel begriffen. Obwohl der Online-Handel boomt, kaufen viele Menschen vor Ort ein.

Blumen Risse geschlossen, Electric Schaffrath an der Schulstraße zu, das Schuhgeschäft neben Woolworth dicht, Leerstände im Axlerhof und in der Bismarck-Passage. Wer momentan durch die Hildener Innenstadt läuft, hat den Eindruck, dass sie immer schnelleren Schrittes verwaist. Der Schein trügt, erklärt Stadtmarketing-Geschäftsführer Volker Hillebrand. Blumen Risse ziehe in das ehemalige Schuhgeschäft, im früheren Ladenlokal direkt gegenüber der Reformationskirche eröffnet mit Blume 2000 ein Mitbewerber. Electric Schaffrath hat offenbar seine Strategie geändert und verkauft nun übers Internet – aber die mit Sichtschutz verhangenen Fenster deuten auch hier auf Bewegung hin. Lange dürfte der Leerstand nicht dauern. Die verwaisten Flächen an der Ecke Axlerhof/ Mittelstraße sollen abgerissen und durch ein neues Wohn- und Geschäftshaus ersetzt werden. Hier steht der Zeitplan allerdings noch nicht fest.

Die Entwicklung in Hilden folgt einem bundesweiten Trend

„Wir befinden uns in Hilden in der glücklichen Situation, dass wir schnell nachvermieten können“, erklärt Hillebrand. Die Stadt ist attraktiv, die Kaufkraft hoch. Allerdings ist die Nachfrage nicht mehr so groß wie früher, was sich auch hier bemerkbar macht und einem bundesweiten Trend folgt: Die Vermieter können für dieselbe Fläche nicht mehr dieselbe Miete verlangen, die noch vor zehn Jahren üblich war. „Wir sprechen von einem Mietrückgang bis zu 20 Prozent“, so Hillebrand.

Dennoch gilt Hilden als Einkaufstadt Nummer eins in der Region und braucht auch nicht den Vergleich mit Düsseldorf oder Köln zu scheuen. „Hilden hat eine der attraktivsten Innenstädte Deutschlands“, erklärt Hillebrand. Nachdem die Befragung der Beratungsgesellschaft IFH ergeben hat, dass Hilden 2016 den Spitzenplatz in der Kategorie 50 000 bis 100 000 Einwohner belegt, verdrängte Stralsund die Itterstadt bei der letzten Erhebung auf den zweiten Platz.

Auch in Zukunft wird die Hildener Innenstadt weiter attraktiv bleiben. „Ich bin sehr dankbar, dass in Benrath hunderte Wohnungen entstehen“, erklärt Volker Hillebrand. Auch aus den Düsseldorfer Südbezirken fahren viele Kunden nach Hilden. Sie schätzen wie viele andere auch den Branchenmix in der Itterstadt, weiß Hillebrand. Gastronomie, nicht nur am alten Markt, lockert die Stadt auf.

Nach Angaben des Handelsverbands Deutschland (HDE) wachsen die Umsätze im Einzelhandel das elfte Jahr in Folge. Dabei nimmt der Online-Handel einen immer größeren Anteil ein. „Der Online-Einkauf ist weiterhin das größte Problem für die Innenstädte“, erklärt Volker Hillebrand. In Hilden tue sich der Einzelhandel immer noch schwer mit der Digitalisierung, erklärt der Stadtmarketing-Geschäftsführer.

Hillebrands Prognose für Hilden im Jahr 2030: „Die Innenstadt wird immer noch sehr belebt sein, in Randlagen müssen wir aber über die Umnutzung von Ladenlokalen zu Wohnungen nachdenken. In Hilden wird es außerdem eine etwas breiter aufgestellte Gastronomie geben.“

(tobi)