Gemüsebeet wird öffentlich

Auf dem ehemaligen Schulgelände am Wiedenhof wollen die Piraten öffentliche Nutzgärten anlegen.

Hilden. Am Mittwoch hat der Stadtentwicklungsausschuss einen Antrag der Piratenpartei abgelehnt, auf dem Gelände der ehemaligen Albert-Schweitzer-Schule ein „Urban Gardening“-Projekt in städtischer Regie umzusetzen. Allerdings fanden die Ausschussmitglieder die Idee sehr charmant. Jürgen Scholz (SPD): „Wenn sich eine Initiative findet, die das machen will, dann kann sie das machen.“

In Städten wie Berlin und Köln, aber auch in Wuppertal nutzen Bürger in privaten Initiativen oder Vereinen öffentliche Flächen, um Obst und Gemüse darauf anzubauen. Jeder kann sich daran beteiligen, jeder darf die Früchte ernten.

„Obwohl Hilden eine Stadt mitten im Grünen ist, gibt es auch hier das Problem, dass Natur von vielen Menschen, insbesondere Kindern, kaum mehr erlebt wird. Natur ist schließlich mehr als nur Gras und Bäume. Besonders die Vielzahl an essbaren Pflanzen ist für viele Menschen heute nicht mehr greifbar“, schreibt Andres Benoit in dem Antrag der Piraten. Er hebt zudem hervor, dass sich die so genutzten Flächen zu interkulturellen Treffpunkten entwickelten, an denen sich verschiedene soziale Schichten treffen.

Allerdings hielt die Verwaltung wenig von der Idee. Projekte wie das Urban Gardening oder die noch stärker auf die Erzeugung und Verwendung landwirtschaftlicher Produkte angelegte „Essbare Stadt“ würden in erster Linie von bestimmten sozialen Gruppen betrieben (Migranten und Studenten). Diese Gruppen sind in Hilden nicht so groß wie in Universitätsstädten. Außerdem sei Hilden nicht mit den genannten Großstädten vergleichbar, argumentierte die Verwaltung weiter. Es würde genügend private Grünflächen und Nutzgärten geben.

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