Fleischhändler Vion unter Betrugsverdacht

Fleischhändler Vion unter Betrugsverdacht

Die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft ermittelt gegen einen Hildener Großhändler wegen Betrugs.

Hilden. Ein Großaufgebot der Düsseldorfer Polizei war Dienstag am Westring im Einsatz. 150 Polizisten sowie Beamte des Zolls und der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung standen um 3 Uhr vor den Werkstoren des Fleischgroßhandels Vion.

Sie sollten im Auftrag der Staatsanwaltschaft Düsseldorf nach Beweisen suchen, die den gegen die Firma erhobenen Betrugsverdacht belegen. Nach derzeitigem Ermittlungsstand, so die zuständige Staatsanwältin Karin Schwarz, „soll in dem Betrieb nicht deutsches Rindfleisch in großem Umfang umetikettiert und als deutsches Fleisch teurer weiterverkauft worden sein“.

Die Vion-Geschäftsführung äußert sich in einer Stellungnahme überrascht von den Vorwürfen der Staatsanwaltschaft und der Durchsuchung des Zerlegebetriebs am Westring. In einer Mitteilung heißt es, dass die Ermittlungen in vollem Umfang unterstützt würden, denn „das Unternehmen hat keinen Anlass zur Annahme, dass sich die Vorwürfe bestätigen werden“.

Regelmäßige interne und externe Kontrollen, unter anderem durch die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung, sowie die unabhängige interne Revision hätten nach Unternehmensangaben „noch in jüngster Vergangenheit ausnahmslos zu keinerlei Beanstandungen geführt“.

Der Zugriff der Ermittler war von langer Hand vorbereitet. Nachdem laut Schwarz „schon vor ein paar Monaten“ ein früherer Mitarbeiter des Unternehmens der Staatsanwaltschaft den ausschlaggebenden Hinweis lieferte, dauerte es allein zwei Monate, um die für die Durchsuchung erforderlichen Einsatzkräfte zu rekrutieren.

Für alle mussten zudem Schutzanzüge besorgt werden, um die in einem Fleisch verarbeitenden Betrieb geltenden Hygienevorschriften einzuhalten. „Sonst hätte das Unternehmen das Fleisch wegwerfen müssen“, sagt die Staatsanwältin.

In diesem Zusammenhang weist die Staatsanwältin darauf hin, dass bei der Durchsuchung nicht nach minderwertigem oder gar „Gammelfleisch“ gesucht wurde. Sichergestellt haben die Einsatzkräfte vor allem Rechnungen und Computerprogramme.

„Wir müssen nachvollziehen können, was an Fleisch rein- und rausgegangen ist“, sagt Schwarz. Bis zum Nachmittag waren die Beamten am Dienstag im Einsatz. Die Prüfung dessen, was sie sichergestellt haben, wird Wochen, „wenn nicht Monate“ (Schwarz) in Anspruch nehmen.

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