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Feuerwehr Hilden: Acht Stellen im Schichtdienst vakant

Hilden : Hildener Feuerwehr sucht tatkräftige Verstärkung

Durch unbesetzte Stellen kann der dritte Rettungswagen für Hilden noch nicht in Betrieb genommen werden.

Das neue Jahr ist gerade mal zwei Wochen alt, da musste die Feuerwehr Hilden bereits drei große Einsätze meistern. Am 8. Januar laufen knapp 1000 Liter einer Chemikalie auf dem Gelände einer Spedition Im Hülsenfeld aus. Die Wehr ist mit rund 30 Leuten rund vier Stunden im Einsatz. Stunden später brennen zwei Transporter an der Reisholzstraße. Und am 9. Januar steht ein Fachwerkhaus an der Straße „Im Loch“ in Flammen. Die Hildener Feuerwehr ist mit allem, was sie aufzubieten hat (rund 72 Mann und 14 Fahrzeuge), im Einsatz. Erst nach rund drei Stunden gelingt es, die Flammen unter Kontrolle zu bringen – mit Unterstützung der Kameraden aus Langenfeld und Erkrath. Die Polizei schätzt den Schaden auf mehr als 500 000 Euro.

Die Feuerwehr Hilden hat eine hauptamtliche Wache. Dort tun 69 Berufsfeuerwehrleute Dienst – rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr. Acht Stellen im Schichtdienst sind derzeit nicht besetzt, bestätigt Feuerwehrleiter Hans-Peter Kremer: „Da wir derzeit 16 Auszubildende haben, die sukzessiv fertig werden, und zusätzlich weiterhin externe fertige Kräfte suchen, hoffe ich auf eine deutliche Entspannung im Jahr 2020.“ Weil Retter fehlen, kann der dritte Rettungswagen für Hilden noch nicht in Betrieb genommen werden. Er soll in der Woche tagsüber Einsatzspitzen abdecken, erläutert Kremer: „Das wird aber voraussichtlich im Laufe des Jahres umgesetzt werden können.“

Die Feuerwehr verzeichnet
mehr Brandeinsätze

Im vergangenen Jahr musste die Feuerwehr Hilden rund 320 Brände löschen. Das ist eine Hochrechnung, weil die Statistik erst in diesen Tagen ausgewertet wird. 2018 zählte Kremer 336 Brandeinsätze, also etwas mehr als 2019. Die Zahl allein sagt aber noch nichts über die Herausforderung für die Wehr aus. Bestes Beispiel: Ostern 2019 geriet der Stadtwald in Brand – und die Feuerwehr an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit. „Es war der wohl größte Waldbrand in der über 150-jährigen Geschichte der Hildener Feuerwehr“, sagt Kremer im Rückblick. Einsatzleiter Stefan Brocke, stellvertretender Leiter der hauptamtlichen Wache, habe diese Ausnahmesituation mit Bravour gemeistert: „Es war sicherlich der größte und aufwändigste Einsatz im Jahr 2019. 170 Feuerwehrleute (aus der ganzen Region) sowie 60 Polizisten und 15 Rot-Kreuz-Helfer haben das Feuer schnell und sicher gelöscht.“ Das Problem war, das Löschwasser in den Wald hineinzubekommen. Die Schläuche mussten bei 26 Grad im Schatten mehrere hundert Meter per Hand gezogen werden. Dazu war der Untergrund sehr schwierig, voller Stolperfallen und Morast. Deshalb ist der Feuerwehrchef froh und dankbar, dass niemand bei diesem Großeinsatz verletzt wurde. Die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr hätten „grandiose Arbeit“ geleistet.

Die 107 aktiven Freiwilligen sind das Rückgrat der Hildener Feuerwehr. Ohne sie könnte die hauptamtliche Wache wenig ausrichten. Die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr haben die gleiche Ausbildung wie ihre Kameraden der Berufsfeuerwehr. Mit einem Unterschied: Sie setzen sich ehrenamtlich für andere ein – mitunter auch Leib und Leben.

„Bei einem Einsatz tagsüber mitten in der Woche, bin ich froh, wenn ich 30 von 100 Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr mobilisieren kann“, sagt Kremer: „Die meisten müssen arbeiten, viele sind nicht in Hilden. Und andere können ihren Arbeitsplatz nicht einfach verlassen.“ Die Einsätze dauerten von „30 Minuten bis drei Tage“.

Im vergangenen Jahr hat der Stadtrat deshalb beschlossen, die Freiwillige Feuerwehr mehr zu fördern. Die Mitglieder erhalten unter anderem freien Eintritt ins Waldbad und ins Hildorado. Die pauschale Aufwandsentschädigung wurde von 20 Euro je Mitglied und Jahr auf 70 Euro erhöht. Die Mitglieder der Jugendfeuerwehr erhalten weiterhin 20 Euro.