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Fernsehen: TV-Rentner trifft Rampensau

Fernsehen: TV-Rentner trifft Rampensau

Der Haaner Filmemacher Rüdiger Daniel hat ein Porträt über die kölsche Karnevalslegende Hans Süper gedreht — die eine Hälfte des Colonia Duetts.

Haan. Wie lange er schon im Geschäft ist? Rüdiger Daniel winkt ab. „Mehr als 30 Jahre“, sagt der 64 Jahre alte Filmemacher aus Haan. „Ich gehöre ja eigentlich schon zu den Fernsehrentnern.“ Und obwohl er durchaus zu den alten Hasen im TV-Geschäft gezählt werden darf, ist auch er immer noch aufgeregt. Beispielsweise wenn er mit sogenannten A-Prominenten wie Mariele Millowitsch oder Stefan Raab zusammenarbeiten will.

Die hat er für sein Porträt des kölschen Originals Hans Süper interviewt. „Mit dem sind wir schließlich alle aufgewachsen“, sagt Daniel. Und wer kennt ihn nicht? Den Mandolinenspieler des Colonia Duetts, der seinen Partner stets als „Ei“ bezeichnete und dessen Auftritte jede Session aufs Neue vom WDR Fernsehen wiederholt werden.

Im vergangenen Jahr ist Hans Süper 75 Jahre alt geworden. Jetzt ist die Karnevalslegende wieder unterwegs — mit seiner Biografie „Mein Leben mit der Flitsch“ und mit seiner neuen CD „Musik us d’r Küch“. Das war Grund genug für Daniel, nach einem 60-minütigen Film im vergangenen Jahr am kommenden Sonntag mit einem 90-Minüter nachzulegen.

Drei bis vier Monate hat Daniel dafür gebraucht, flog unter anderem auch nach Gran Canaria, wo Süper seit etwa 15 Jahren überwintert. Daniel traf Stefan Raab in dessen Studio, aber auch Mariele Millowitsch, Wolfgang Niedecken und die Band Brings.

„Eigentlich ist das schwierigste, mit den Prominenten zusammen zu kommen“, sagt Daniel. Weil aber alle in Köln Hans Süper kennen und lieben, sei das für diesen Film kein Problem gewesen.

„Aber Stefan Raab war doch überraschend nervös“, erinnert sich Daniel. „Er traf auf einen Improvisationskünstler. Hans spielt immer anders.“ Dreimal mussten sie das Zusammenspiel der beiden proben, gefilmt werden durfte das nicht. „Erst dann durften wir aufzeichnen“, sagt Daniel. Raab wolle eben als Profi „rüberkommen“.

Und Süper? „Der ist ein Clown“, sagt Daniel. „Ich kenne keinen Menschen, der so spontan Witze erzählen kann.“ In dem WDR-Beitrag von Rüdiger Daniel erzählt Süper, wie er zu seinem Beruf gekommen ist. „Meine Mutter hat mich nach meiner Geburt in die Wiege gelegt. Als mein Vater sich darüber beugte und mich zum ersten Mal sah, sagte er: ,Das ist ein Witz’. Deshalb bin ich Komiker geworden.“

Der Karnevalsrentner mache nur das, wozu er wirklich Lust habe. „Aber ich habe festgestellt, dass Rampensäue immer wieder eine Bühne brauchen“, sagt Daniel. „Die macht eben süchtig“.

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