„Fachgeschäfte spüren den Druck des Versandhandels“

„Fachgeschäfte spüren den Druck des Versandhandels“

Das Internet zieht mehr Kaufkraft als Düsseldorf aus Hilden ab, sagt Volker Hillebrand (Stadtmarketing).

Hilden. Die WZ sprach mit Volker Hillebrand, Geschäftsführer des Stadtmarketings Hilden über die Entwicklung des Einzelhandels.

Nach langem Ringen hat das Itter-Karree eröffnet, es gibt jetzt eine große Elektronik-Kette in der Stadt. Was gibt es noch zu tun?
Hillebrand:
Unterhaltungselektronik hat Hilden schon lange geboten. Was wir uns gewünscht haben, war ein großflächiger Elektronikmarkt, den wir mit Saturn jetzt haben. Durch den Markennamen wird Kaufkraft in die Stadt gezogen. Ähnliches gilt beispielsweise für Esprit oder Intersport Borgmann. Aber dadurch sind ganz sicher nicht alle Probleme gelöst. Langfristig wird es für Hilden wichtig werden, mehr attraktive Gastronomie anzusiedeln, um diesen Trend zu unterstützen und auszubauen.

Wie steht Hilden im Wettbewerb mit seinen Nachbarstädten da?
Hillebrand:
Sicher, viele in der Region fahren in die Landeshauptstadt zum Einkaufen. Aber das Internet ist für unsere Händler inzwischen eine stärkere Konkurrenz als Düsseldorf. Die Fachgeschäfte spüren Druck von Seiten des Versandhandels.

Und Langenfeld?
Hillebrand:
Langenfeld zieht fünf Prozent Kaufkraft aus seinem Umland ab. Hilden erreicht 28 Prozent.

Wann tut sich etwas am früheren Hertie-Kaufhaus?
Hillebrand: Die Kernfrage ist: Zu welchem Preis ist der insolvente Eigentümer der Immobilie an der Mittelstraße bereit, zu verkaufen? Es ging mal um den Buchwert des Hauses von bis zu sechs Millionen Euro. Dann war von der Hälfte die Rede. Auch dieser Preis wird nicht zu halten sein. Es ist ein Zahn, der zur Behandlung ansteht.

Derzeit nutzt ein Einrichtungshaus die Räume.
Hillebrand:
Der Nutzer Gooran ist sehr zufrieden mit dieser Möglichkeit und wir sind es auch. Man kann diese Lösung sicher nicht über zehn Jahre ausdehnen, aber es ist eine hervorragende Zwischennutzung.

Wie lauten Ihre Ziele?
Hillebrand: Wir wollen für Hilden das hohe Niveau halten, das wir erreicht haben und möglichst mehr Kaufkraft in die Stadt ziehen. Das leisten wir ganz wesentlich durch unsere Events: Modenschau, Künstler- und Antikmärkte und der Weihnachtsmarkt ziehen viele Besucher in die Innenstadt; das kommt den Händlern zugute. Wir werden das fortsetzen.

Mehr von Westdeutsche Zeitung