Erste Fridays-fof-Future-Demonstration in Haan

Haan : Junge Klimaschützer wollen die Welt retten

Mehr als 200 Schüler aus Haan zogen gestern durch die City und demonstrierten.

Um kurz nach Zwölf ertönte auch am Brunnen auf dem Neuen Markt der mittlerweile bekannte Schachtruf: „Wir sind hier, wir sind laut, weil Ihr uns die Zukunft raubt!“ Wir, das waren natürlich hauptsächlich Schüler, die gestern den Ruf nach mehr Klimaschutz in die Haaner Innenstadt trugen. Doch auch zahlreiche Erwachsene schlossen sich ihrem Zug in Richtung Rathaus an – wie zum Beispiel Jens Englich. Er war mit dem Fahrrad zum Treffpunkt gekommen, um an der Kundgebung der erst in den letzten Wochen gebildeten Haaner „Fridays for Future“-Bewegung teilzunehmen. „Es gibt ja nicht viele Alternativen, auf die Probleme aufmerksam zu machen“, sagte er und bekräftigte: „Es muss was passieren.“ Um die CO²-Emissionen ausreichend zu senken, brauche es klare gesetzliche Regelungen, befand Englich.

Auch einige Erwachsene
mischten sich unter die Schüler

So sieht das auch Alexander Kraft vom Organisationsteam. Unternehmerische Sepbstverpflichtungen reichten nicht aus, um der globalen Erwärmung entgegenzuwirken, betonte der 19-jährige Student, der sich laut eigenem Bekunden „schon seit langem stark für die Klimapolitik interessiert“. Besonders die Massentierhaltung treibe ihn um, erklärte er am Beginn des Umzuges: Auch sie verursache schließlich im großen Umfang Treibhausgase. Die Resonanz auf den Aufruf zur Demonstration beeindruckte ihn: „Ich bin unglaublich überrascht“, sagte er, während sich der Tross von rund 200 Menschen verschiedener Generationen in Bewegung setzte. „Wir haben eher mit 50 bis 60 Teilnehmern gerechnet.“ Immer wieder erhoben sich Sprechchöre, während die Demonstranten selbst gebastelte Plakate in die Höhe reckten: „Früher war der Fisch in der Packung, heute ist die Packung im Fisch“, war darauf in Anspielung auf die Plastik-Vermüllung der Ozeane zu lesen, oder, als Seitenhieb auf die Politik: „Wenn die Erde eine Bank wäre, hättet Ihr sie längst gerettet.“ „Denkt klar, wir sind noch lange da!“ hatten Noel (12), Jonathan und Jonas (beide 11) auf eine Pappe geschrieben. „Wir haben uns im Unterricht damit beschäftigt“, erzählten die Drei wie aus einem Mund. Dass allmählich viele Tierarten aussterben, mache ihm Sorgen, sagte Noel.