Eltern fordern neue Kitaplätze

Eltern fordern neue Kitaplätze

2013 haben Familien einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für ihren Nachwuchs. Aktuell fehlen 150 davon für Kinder unter drei Jahren.

Haan. In Haan fehlen zurzeit 150 Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren. Die Schaffung neuer Plätze in Kindertagesstätten ist sowohl eine Herausforderung für die Stadtverwaltung als auch die Politiker im Stadtrat. Zwischen 60 und 70 sollen es bis zum Kindergartenjahr 2013/14 werden — dann fehlen aber immer noch etwa 80 Plätze, obwohl Eltern dann einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz haben. In der Sitzung des Jugendhilfeausschusses (JHA) am Donnerstag machten sie ihrem Unmut Luft.

„Familien werden hierher gelockt, aber es fehlt die Infrastruktur“, sagte Linda Dylla von der Elterninitiative für ein familienfreundliches Haan. Eltern könnten sich Eigentum oft nur leisten, wenn beide Teile arbeiten gehen. „Aber wie soll das gehen, wenn sie keinen Betreuungsplatz finden?“, fragte Dylla in die große Runde im Sitzungssaal des Rathauses. „Wir sind heute hier, um sie wachzurütteln und an ihre Verantwortung zu erinnern.“ Mit der Elterninitiative im Rücken würden es sich vielleicht doch einige Eltern überlegen, ihren Betreuungsplatz einzuklagen.

Simone Grothkast, ebenfalls von der Initiative, ging noch einen Schritt weiter. „Ich habe das Gefühl, dass zurzeit viele Kleinprojekte auf den Weg gebracht werden. Aber es muss ein neuer Kindergarten gebaut werden“, forderte sie.

Dagmar Formella, die als zuständige Beigeordnete aber auch als Kämmerin im Ausschuss saß, erinnerte an die finanzielle Situation der Stadt. „Wir sind seit zwei Jahren im Nothaushalt“, sagte sie. „Wir konnten für einen Neubau kein Geld in die Hand nehmen.“ Und das will sie auch in Zukunft nicht tun. „Eine weitere Verschuldung werde ich als Kämmerin dem Rat nicht vorschlagen“, sagte sie und kündigte aber auch gleichzeitig an: „Wir werden den Neubau einer städtischen Kita auf einem städtischen Grundstück in die Finanzierung bis 2015 einarbeiten.“

Denn die Tage der städtischen Kita an der Alleestraße sind gezählt, weil dort keine Möglichkeit besteht, die notwendigen Räume für die jüngsten Kinder zu schaffen. Formella möchte aber die Trägervielfalt in der Stadt möglichst erhalten, wirbt für eine neue städtische Einrichtung.

Ein Kindergarten unter eventueller Trägerschaft der Caritas könnte im Hasenhaus entstehen. Den würde der Investor des Hasenhauses, die Planungsgruppe Düsseltal, errichten. Im Gespräch ist eine drei- oder viergruppige Einrichtung. „Der Investor baut aber nur, wenn der Bebauungsplan in trockenen Tüchern ist“, sagte Formella. Sie versicherte, dass das Planungsamt dieses Projekt mit Priorität bearbeite.

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