Einzelhandelskonzept Haan: Sortiment auf dem Prüfstand

Einzelhandelskonzept Haan: Sortiment auf dem Prüfstand

Stadt will mit den Bürgern am 2. Oktober über die Situation im Einzelhandel diskutieren.

Haan. Geduld und etwas Zeit sind für das Lesen und Erfassen des Einzelhandelskonzeptes für die Stadt Haan mitzubringen. Es umfasst immerhin 142 Seiten und kann auf der Homepage der Stadt und im Planungsamt, Alleestraße 8, eingesehen werden. Außerdem wird es am Mittwoch, 2. Oktober, ab 18 Uhr in der Aula des Gymnasiums den Haanern im Rahmen einer Diskussionsveranstaltung vorgestellt.

Im vergangenen Jahr hat die Stadt das Dortmunder Planungsbüro Stadt + Handel beauftragt, die Zentren-, Einzelhandels- und Nahversorgungsstruktur der Stadt zu untersuchen sowie bestehende Datensätze zu aktualisieren. Konkret wurde untersucht, was der Einzelhandel in Haan bietet, welche Sortimente wo angeboten werden, wie viele Leerstände es gibt, wie hoch die Kaufkraft ist, wer im Haaner Zentrum einkauft, wo es weitere Nahversorgungszentren gibt sowie weitere Aspekte des Einzelhandels.

„Das Einzelhandelskonzept ist die Grundlage für alle unsere weiteren Planungen“, sagt Technischer Beigeordneter Engin Alparslan — und nennt dafür ein Beispiel: „Wenn sich der Baumarkt an der Peripherie ansiedeln und dazu noch zwei weitere Fachmärkte holen will, müssen wir wissen, was die da anbieten können, ohne die Einzelhändler in der Innenstadt zu gefährden.“ Mit dem noch auf den Weg zu bringenden Gesamtkonzept für die Haaner Innenstadt habe das Einzelhandelskonzept laut Alparslan „überhaupt nichts zu tun“ — obwohl sich das Konzept auch mit möglichen Auswirkungen eines Einkaufszentrums mit etwa 9650 Quadratmetern befasst.

Mit den Bürgern wollen Alparslan und seine Mitarbeiter am 2. Oktober nicht über das Für und Wider eines Einkaufszentrums in der Innenstadt ins Gespräch kommen, sondern grundlegende Fragen zum Einzelhandel klären. Stimmt die Abgrenzung des Innenstadtzentrums Haan und der beiden Nahversorgungszentren Gruiten und Düsseldorfer Straße, die als sogenannte „zentrale Versorgungsbereiche“ bezeichnet werden? Muss die Sortimentsliste erweitert oder verkleinert werden?

So eine Liste braucht die Stadt, um überprüfen zu können, ob ein geplantes Vorhaben oder eine Standortplanung den Zielen und Empfehlungen des Einzelhandelskonzeptes entsprechen. Hinterfragt wird dann zum Beispiel, was auch außerhalb der Innenstadt, beispielsweise in Haan-Ost, zum Verkauf angeboten werden darf. Alparslan: „Ob wir die Vorschläge dann in das Konzept aufnehmen, werden die Fachverwaltung und der Gutachter abwägen.“

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