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Ein Markt für Liebhaber in der Hildener Stadthalle

Ein Markt für Liebhaber in der Hildener Stadthalle

Puppen, Autos und Eisenbahnen — all das gab es Montag beim Modellspielzeugmarkt in der Stadthalle zu sehen und zu kaufen.

Hilden. Für den dreijährigen Timo Ummelmann aus Meerbusch ist am 2. Weihnachtstag in Hilden noch einmal Bescherung: Ihm gehört jetzt ein grüner Traktor. Der ist samt Anhänger so groß, dass Timos Arme gerade lang genug sind, um ihn stolz zu präsentieren. Mit seiner Familie ist er zum Modellspielzeug-Markt gekommen, den der Hildener Unternehmer Jürgen Hörner traditionell am 26. Dezember in der Stadthalle veranstaltet.

„Wir kommen seit 20 Jahren jedes Jahr nach Hilden“, erklärt Timos Vater, „hier setzen wir die Geldgeschenke um, die wir bekommen haben.“ Selbst besitzt er eine Modelleisenbahn, an der er seit 30 Jahren baut — „man hat eben nie genug Zeit.“

Was im Bereich der Modelleisenbahn heute alles möglich ist, präsentiert Michael Heider an seinem Stand. Dank moderner Digitaltechnik fahren seine Lokomotiven nicht bloß im Kreis, sondern liefern auch die passende Geräuschkulisse dazu: tuckernde Dieselmotoren, quietschende Bremsen und — dank winziger Sensoren unter der Lok — sogar das typische Rattern beim Überfahren einer Weiche. Über sein Steuerpult, das mit dem Fahrtrafo früherer Modellbahn-Generationen nicht mehr viel gemein hat, fährt Heider die Stromabnehmer der E-Lok hoch und sorgt für echten Rauch aus dem Schornstein der Diesellok.

Neben moderner Technik findet sich in der Halle auch jede Menge Historisches: Hier wird der Markt zum Basar und zur Tauschbörse versierter Sammler. Ein Metallbaukasten der Firma DUX-Universal — original verpackt und unbenutzt — wechselt für 90 Euro den Besitzer. Er hat in den 1950er-Jahren etwa zwei Mark gekostet. „Wenn Sie ein gut erhaltenes Krokodil haben“, er meint eine berühmte Schweizer Lokomotive, „am besten im Originalkarton, dann ist Sammlern das bis zu 5000 Euro wert“, erläutert Hörner.

Die Mehrheit der Händler sind eingefleischte Eisenbahner. Einer von ihnen trägt die typische rote Mütze eines Stationsvorstehers — von Insidern liebevoll Rotkäppchen genannt. Daneben haben aber auch die Chevrolets und Mercedesse der 50er und 60er ihren Platz — liebevoll restauriert oder einfach noch nie ausgepackt.

Als besonderen Service für die Käufer hat Hörner einen Testkoffer aufgestellt. Darin befinden sich Gleise aller Größen. Per Drehknopf werden Spannung und Stromart bestimmt und schon kann probiert werden, ob das Objekt der Begierde auch funktioniert — noch vor dem Kauf. Ein Vorteil des örtlichen Fachhandels. Hörner: Diese Möglichkeit haben Sie beim Kauf im Internet natürlich nicht.“