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Ein Abschied mit Tränen im Haaner Gymnasium

Ein Abschied mit Tränen im Haaner Gymnasium

Lehrer und Schüler des Gymnasiums entließen Lehrerin Ulrike Schöddert und Hausmeister Lothar Eßer schweren Herzens in den Ruhestand.

Haan. Und dann flossen die Tränen: Als Ulrike Schöddert und Lothar Eßer am Freitag zum vorerst letzten Mal die Bühne im Forum des Gymnasiums betraten, war es weder für die beiden Hauptfiguren des Tages noch für Schüler und Lehrerkollegen einfach, ihre Gefühle im Zaum zu halten.

Nach 30 Jahren scheidet Lehrerin Schöddert, nach 20 Jahren Hausmeister Eßer aus dem Schuldienst aus. Das Gymnasium muss deshalb ab sofort ohne seine langjährige Vertrauenslehrerin und ohne seinen beliebten „Hausi“ auskommen.

Ulrike Schöddert arbeitete seit 40 Jahren als Lehrerin für Deutsch, Biologie, Chemie und evangelische Religion. Drei Viertel davon verbrachte sie am Haaner Gymnasium. Fast genauso lang war sie Beratungslehrerin. Ein schwieriger Job? „Nein. Es war nie langweilig. Aber auch nie belastend“, sagt sie.

Als sie damals von einer Wuppertaler Hauptschule nach Haan kam, habe sie gedacht, sie sei im Paradies. Ähnlich soll es werden, wenn sie im Ruhestand mit dem eigenen Boot in See sticht. Zunächst soll es über französische Wasserwege gehen. „Endlich geht das jetzt auch mal außerhalb der Schulferien“, freut sie sich.

Das gleiche denkt Lothar Eßer. „Jetzt habe ich viel Freizeit und werde ein bisschen rentnern“, sagt der „Hausi“ der Haaner. In Urlaub fahren, mit den Enkeln backen — was so kommt. Aber eins weiß er sicher: „Die Zeit am Gymnasium war immer sehr schön.“ Viel sei passiert in den vergangenen Jahren, die Schule gehörte fest zu seinem Leben dazu. Eines fehle aber noch: „Ich bin jetzt 20 Jahre hier und habe immer noch kein Abitur“, sagte Eßer lachend auf der Bühne.

Lob bekamen die beiden Verabschiedeten von allen Seiten. „Sie sind wirklich wichtige Personen für Schüler und Lehrer. Sie haben ein großes Herz für Menschen und haben das täglich gezeigt“, sagte Schulleiterin Friederike von Wiser.

Die Schüler können sich eine Zeit nach Frau Schöddert und Herrn Eßer erstmal noch nicht vorstellen. „Das wird schon komisch“, sagten Lena Schnepp und Caro Pattberg (beide 17) von der Schülervertretung.

„Unser Hausmeister war immer sehr verständnisvoll, hat manchmal sogar zwischen uns und den Lehrern vermittelt. Und zu einem anderen Vertrauenslehrer als Frau Schöddert zu gehen, finde ich erstmal schwierig“, fügte Lena hinzu.